"Noch eine wissenschaftliche Erkenntnis: Wenn man einem Borstenwurm-Weibchen das Gehirn herausamputiert, stirbt es nicht. Es verwandelt sich. In ein Männchen. Echt! Was kann man daraus wohl schließen?" (S. 91)
Lilia ist gerade sechzehn geworden - und noch immer ungeküsst! Um dem Abhilfe zu schaffen, nutzt sie die Gunst der Stunde: für ein Biologie-Referat soll sie das Balzverhalten im Tierreich untersuchen. Und das lässt sich doch auch sicherlich auf den Menschen übertragen, oder? Lilia nutzt also ihr geballtes biologisches Wissen und wendet es auf ihr eigenes Liebesleben an. Plötzlich so beliebt wie nie, küsst sie bald nicht nur einen, sondern gleich drei Jungen! Menschen sind also scheinbar tatsächlich auch nur Tiere ohne Fell. Oder ist es vielleicht doch nicht so einfach?
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Mara Andeck, die früher selbst Biologie studiert hat und uns in "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" auf spaßige Weise an ihrer Fachkenntnis teilhaben lässt, hat für mich mit diesem Buch eine der witzigsten Jugendgeschichten des Jahres geschrieben!
Lilia hat es einfach satt. Während der sechzehnte Geburtstag in den USA mit riesen Klimbim gefeiert wird, kriegt sie nicht mal eine kleine Überraschungsparty von ihren Freunden. Die wollen stattdessen lieber für die anstehende Biologiearbeit büffeln. Das kann einem schon mal die Laune verderben. Und einen Jungen geküsst hat sie auch immer noch nicht! Mit Sechzehn!!! Als sie am nächsten Tag die Bioarbeit verhaut (natürlich hat sie nicht gelernt, es war immerhin ihr Geburtstag!), bietet ihr Lehrer ihr an, ein Referat über das Balzverhalten im Tierreich zu halten. Und wieso soll man das angelesene Wissen nicht auch einfach mal in freier Wildbahn testen? Wenn Lilia dafür dann endlich mal geküsst wird, soll es ihr recht sein.
Ihr nichtsahnender Klassenkamerad Benny soll ihr erstes Opfer werden. An ihm will sie die Regeln aus dem Tierreich üben, bevor sie es bei ihrem richtigen Schwarm probiert: Jakob, der beliebteste Junge der Klasse, der leider ständig von der Oberzicke Vicky (oder auch Zickivicky genannt) belagert wird. Als dann aber auch noch ihr bester Freund Tom anfängt zu balzen, geht das Chaos erst so richtig los...
Ich muss zugeben, ich habe schon lange nicht mehr so gelacht und geschmunzelt, während ich ein Buch gelesen habe. Lilias Geschichte ist einfach zum Brüllen komisch, nicht nur durch die lustigen biologischen Fakten, die uns hier präsentiert werden, sondern auch durch die peinlich-witzigen Situationen, in die sich Lilia durch ihre Feldforschung bringt. Natürlich ist das mit der Liebe nicht so ein einfaches Reiz-Reaktions-Spiel wie im Tierreich, aber bevor Lilia das erkennt, erlebt man mit ihr jede Menge skurrile Annäherungsversuche und Liebesverwirrungen.
Lilias erzählt uns ihre Geschichte durch ihr Tagebuch, welches sie mit absolut treffenden und süßen Karikaturen versieht. Dadurch liest es sich, als würde man direkt in ihrem verdrehten Gehirn sitzen und erlebt ihre Emotionen hautnah mit. Lilia wirkt von Anfang an richtig sympathisch und natürlich. Impulsiv, schnell eingeschnappt, unsicher, von den Eltern missverstanden, genau so haben wir uns doch alle schon einmal gefühlt, oder? Ich jedenfalls habe mich oft in Lilia wiedererkannt und konnte sehr mit ihr mitfühlen.
Mein Fazit: Mara Andeck hat mit "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" ein herrlich unterhaltsames Jugendbuch geschaffen, welches einen zum lauthals Lachen, Kopfschütteln und Rückerinnern an die eigenen Liebes-Pannen bringt. Lilias Geschichte hat mit diesem Band erst begonnen und ich werde definitiv wieder dabei sein, wenn es im Herbst 2013 weitergehen wird mit ihren Tagebüchern.