Jill Francis kehrt nach Lydmouth zurück, um für den erkrankten Philipp die Leitung der Zeitung "Gazette" zu übernehmen, die von der auflagenstarken "Post" bedrängt wird. Auch wenn sie sich einige Jahre nicht gesehen haben und Richard Thornhill inzwischen zum dritten Mal Vater geworden ist, flammt ihre Liebe wieder auf, obwohl beide versuchen, Distanz zu wahren. Dies wird umso schwieriger, als Jill die Leiche eines Arztes findet, der offenbar kurz zuvor eine Entdeckung gemacht hat, die mit Thornhills Fall eines verschwundenen Mannes zu tun hat.
Von Taylor ist man gewohnt, dass er seine Krimis solide aufbaut, die Personen gut charakterisiert und die Atmosphäre der Kleinstadt ansprechend gestaltet, und in diesem Sinne ist der vorliegende Band keine Enttäuschung.
Darüber hinaus ist erwähnenswert, dass das Protagonistenpaar kein "Paar" im üblichen Sinn ist, bei dem der Autor nach dem 5., 6. Band das Problem hat, seinen Lesern glaubhaft zu erzählen, warum die beiden zwar zusammen sind, aber irgendwie doch nicht ganz zusammenkommen. In der Beziehung zwischen Jill und Richard steckt allein durch seine Familiensituation und die Art, wie der Autor dessen Ehefrau Edith zeichnet, eine Spannung, die nicht aufzulösen ist.
Die Person des Täters ist zwar nicht die größte Überraschung, aber die Hintergründe und Zusammenhänge mit dem Fall des verschwundenen Mannes hätte man sich auch mit viel Phantasie nicht zusammenreimen können.
Spaß beim Lesen machen auch die Kleinigkeiten, mit denen der Autor in Erinnerung ruft, dass man sich in den 60er Jahren befindet: "Mann" trägt Hut, Telefonhörer sind aus Bakelit, und die Anschaffung eines Fernsehers ist ein Familienereignis.