Wie viele Filme gibt es, in denen ein Lebender plötzlich die Toten sehen kann und dadurch echte Probleme bekommt? Und wie viele Bücher erst. Ich fange lieber gar nicht zu zählen an. Aber obwohl diese Idee so alt wie das Schreiben und Filme anschauen ist, findet sich immer wieder ein Regisseur, der etwas wirklich Gutes daraus macht. David Koepp ist das mit -Ghost Town- gelungen. Der Deutsche Titel -Wen die Geister lieben- trifft die Story dabei nicht halb so gut wie das Original.
Bertram Pincus(Ricky Gervais) ist Zahnarzt in New York. Pincus stammt aus England, ist ein Menschenhasser und vereint alle Tribute, die wir mit dem Wort "unausstehlich" verbinden, in sich. Als er nach einer Darmspiegelung, die er unter Vollnarkose über sich ergehen lassen hat, das Krankenhaus verlässt, muss Pincus plötzlich feststellen, dass er Gestalten auf der Straße sieht, die ihm äußerst seltsam vorkommen. Als er mitbekommt, dass es sich dabei um die Geister von Verstorbenen handelt, kann Pincus das nur mit einem überraschten "Na toll" quittieren. Aber die Geister lassen ihn nicht los. Jeder der "Toten" hat noch etwas zu erledigen, und nur Pincus kann da helfen. Aber der weigert sich strikt. Erst als Frank(Greg Kinnear) ihn beharrlich nervt, verspricht er, etwas für ihn zu tun. Frank will verhindern, dass seine Witwe Gwen(Tea Leoni) eine Beziehung mit Richard(Billy Campbell) eingeht. So muss der menschenscheue Pincus sich an Gwen heranmachen. Dabei passiert etwas, was er selbst nie für möglich gehalten hätte: Er verliebt sich. Ab diesem Moment bleibt nichts in Pincus Leben, wie es vorher war...
Allein der Anfang und das Ende des Films sind David Koepp genial gelungen. Der sprichwörtliche Kreis einer Geschichte schließt sich perfekt. -Ghost Town- lebt von wunderbarem Wortwitz, der auch in der deutschen Synchronisation gut rüberkommt. Dazu sind Tea Leoni, Ricky Gervais und Greg Kinnear ein Trio, dem man stundenlang weiter zuschauen könnte. Der Humor des Stoffs ist eine witzige amerikanisch/britische Mischung, mit reichlich Anspielungen auf den jeweiligen Lifestyle. Alles gedreht im Stil der klassichen Komödie. Zum Ende wird es dann sogar noch einmal anspruchsvoll und ergreifend gut.
Übrigens, wem die Geister in David Koepps Film gut gefallen, der sollte sich einmal Arthur Paasilinnas Buch "Im Jenseits ist die Hölle los" zulegen. Koepp scheint den Roman gelesen zu haben, denn: Da gibt es eine Menge Parallelen.
Mein Fazit: Ich kann ihnen -Ghost Town- guten Gewissens ans Herz legen. Eine feine Produktion zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken. Mit einem hervorragenden Ricky Gervais in der Rolle des Bertram Pincus, bei dem wir nie wissen, ob wir ihn hassen oder lieben sollen. Jedenfalls am Anfang...