Wer Gstreins letzten Roman „Das Handwerk des Tötens" nicht gelesen hat, wird mit diesem Büchlein wenig anfangen können. Gstrein rechtfertigt seine literarische Tätigkeit in Recherche und Niederschrift des Romans und das zu Recht. Die Parallele zu Peter Handke zwingt sich natürlich auf, obwohl Gstrein sich selbst davon nicht betroffen sieht und auch damit Recht hat, doch dürfte in dieser Zeit, wer über den letzten Krieg in Europa schreibt, einen Erklärungsbedarf haben. Dieser ist, wie man auch hier merkt, erzwungen von Außen, von Leuten, die in Bücher mehr hineininterpretieren als notwendig wäre. Auf wenig mehr als 100 Seiten schafft Gstrein ein sehr persönliches, vor allem in der Sprache dichtes Kontra, das, wenn man sich die Mühe macht es zu lesen, sehr viele Kritikpunkte an „Das Handwerk des Tötens" nichtig werden lässt. Allerdings ist es durch die sehr persönliche Formulierung Gstreins und der Vorraussetzung, den Roman zu kennen, oft nicht leicht ihm zu folgen, womit es nur eingefleischten und der Materie vertrauten Lesern empfohlen sei.