Film und TV Kameramann, 20. Mai 2006, Seite 84, Teil 1
Die Buchreihe "Weltwunder der Kinematographie", die Joachim Polzer seit 12 Jahren mit viel Engagement herausgibt, ist einer der wenigen Publikationen in Deutschland, die sich kontinuierlich mit Filmtechnik beschäftigt. Die gerade erschienen achte Ausgabe widmet sich der Geschichte des Kopierwerks. Dies ist Polzer umso wichtiger, da er im Zeichen der Digitalisierung die Kunst der klassischen filmischen Bearbeitung und all ihrer Tricks gefährdet sieht. Er prognostiziert den baldigen Abschied vom Filmträger. Neben eher persönlichen Erinnerungen des Sammlers Klaus Martin Boese geht es darum Bilanz zu ziehen. Paul Read, inzwischen Berater für Kopierwerksfragen gibt in seinem englischsprachigen Beitrag einen fundierten Überblick über 100 Jahre Kopiergeschichte. Ein Schwerpunkt widmet sich den Geyer-Werken mit einem detaillierten Beitrag zur Historie von Martin Koerber und einem Interview mit Dr. Thomas Geyer über die Entwicklung der letzten beiden Jahrzehnte.
Film und TV Kameramann, 20. Mai 2006, Seite 84, Teil 2
Frank Bell geht generell auf die Entwicklung in Westdeutschland nach 1945 ein zeichnet die Entwicklung kleinerer Kopierwerke wie Illge-Schmalfilm Berlin, Kinax Dillenburg, Hadeko-Film Neuss nach. Die Geschichte der Schweizer Kopierwerke beschreibt sehr fachkundig André Amsler. Gert Koshofer widmet sich diesmal dem Thema 90 Jahre Technicolor. Eberhard Nuffer schildert die Revolutionierung der Filmmontage durch Klebepressen von Catozzo. Christian Gapp versucht eine Positionsbestimmung analog und digital. Mit der Restaurierung von audiovisuellen Datenträgern beschäftigt sich zum Abschluss Andreas Weiser. Das Buch gibt aus verschiedenen Blickrichtungen einen faszinierenden Überblick für jeden, der sich für die Geschichte von Kopierwerken und ihren zukünftigen Perspektiven interessiert. Kay Hoffmann