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Die neue Weltunordnung. Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus
 
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Die neue Weltunordnung. Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus [Taschenbuch]

Bassam Tibi
2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 441 Seiten
  • Verlag: Econ Tb. (15. Oktober 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548750117
  • ISBN-13: 978-3548750118
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 726.580 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Zwei Zivilisationen erheben heute Anspruch auf Weltgeltung: der Westen und der Islam. Ist der vielbeschworene 'Kampf der Kulturen' unvermeidlich? Der Islam-Experte Bassam Tibi empfiehlt dem Westen eine differenzierte, auf Bedrohung und Bevormundung verzichtende Politik gegenüber der islamischen Welt. Nur so könne der Fundamentalismus zurückgedrängt und ein kulturübergreifender Dialog in Gang gesetzt werden. Ein leidenschaftlicher Appell an die Verantwortung des Westens für die Ordnung der Welt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenporträt

Bassam Tibi wurde 1944 in Damaskus geboren. Seit 1973 ist er Professor für Internationale Politik in Göttingen; seit 1988 darüber hinaus Research Associate in Harvard. Er ist Mitbegründer der arabischen Organisation für Menschenrechte. Seine regelmäßigen Fernsehbeiträge für das ZDF und seine Kommentare und Artikel in allen bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften, vor allem aber seine Bücher, haben ihn als Kenner des Islam bekannt gemacht.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Bassam Tibi ist eine kenntnisreiche und gut lesbare Einführung in die Problematik des islamischen Fundamentalismus und seiner Rolle in der internationalen Politik gelungen. Dem Buch ist die jahrzehntelange Beschäftigung des Autors mit dem Thema anzumerken. Besonders überzeugt Tibis souveräne historische und politisch-soziologische Einordnung des Fundamentalismus. Er charakterisiert ihn als einen Versuch zur 'defensiven Modernisierung', zu verstehen als Rückbesinnung der islamischen Völker auf heimische zivilisatorische Muster, nachdem zuvor ihre Bemühung um eine Modernisierung durch die Übernahme des europäischen nationalstaatlichen Modells gescheitert war. Tief gedemütigt von der Dominanz des Westens auf politischem, militärischem und wirtschaftlichem Gebiet, erhoffen sich die Fundamentalisten von einer Repolitisierung des Islams die Überwindung der sozialen Probleme ihrer Länder und einen außenpolitischen Statusgewinn, der es ihnen ermöglichen soll, an die große Zeit des Islams im Mittelalter anzuknüpfen. Dabei ist der Islamismus, wie Tibi deutlich macht, ein durch und durch modernes Phänomen, vergleichbar mit den säkularen politischen Religionen des 20 Jh., dem Kommunismus und dem Nationalsozialismus, denen er auch in seinem Wunsch nach einer 'halben Moderne', d.h. der Aufnahme moderner Technologie und Wissenschaft bei gleichzeitigem Verzicht auf die kulturelle Moderne, ähnelt. Seine Berufung auf den Koran ist höchst fragwürdig, da dieser auf die meisten politischen und sozialen Probleme des 20 Jh. keine Antwort bietet. Weit davon entfernt den klassischen Islam nur anzuwenden, betreiben die Fundamentalisten also in Wirklichkeit seine Weiterentwicklung und Ergänzung. Dies hält Tibi für umso bedenklicher, als sie keine echten Lösungen für die Misstände der heutigen islamischen Länder anzubieten haben. Ihre Antworten beschränken sich auf den fanatischen Verweis auf die Scharia. Weder der Iran noch der Sudan haben mit deren Umsetzung das Los ihrer Bevölkerungen allerdings nachhaltig bessern können. Fundamentalisten in anderen Ländern beeindruckt dies freilich genauso wenig, wie westliche Marxisten sich jahrzehntelang von den Zuständen in der Sowjetunion abschrecken ließen.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gion
Format:Taschenbuch
Das Buch gibt einen guten Einblick in islamische Denkweisen und den islamischen Fundamentalismus. Mir war zum Beispiel gar nicht bewusst, wie sehr der Islam den Nationalstaat als solchen ablehnt. Und es hat mir vor Augen geführt, wie wichtig Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte für das friedliche Zusammenleben sind. Nicht nur in Europa, sondern auch im islamischen Raum, denn es ist der Westen, der korrupte Regimes im arabischen Raum stützt.

Mir fehlt im Buch ein Vergleich des islamischen Fundamentalismus mit dem anderer Religionen. Fast jede Religion treibt extremistische Blüten! Ich hätte gerne gewusst, ob Herr Tibi den Islamismus mit jüdischen oder christlichen Extremisten gleich setzt.

Peinlich wirken Tibis Aeusserungen überall dort, wo sie im Selbstbeweihräucherungen ausarten. Der Geltungsdrang des Autors ist fast krankhaft penetrant.

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20 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
(von einem arabische-deutschen Muslim)

Will man Tibi den Wunsch den Islam zu reformieren, "Westenfähig" zu machen, zum Vorwurf gereichen, hieße dies tatsächlich der These vom Krieg der Zivilisationen zuzustimmen. Eine Reformation des Islam mit einem kulturellen Identitätsverlußt gleichzusetzen hieße im Umkehrschluß, den Islam als Religion mit arabischer Kultur gleichzusetzen. Diese beliebte Argumentation läßt sich leicht falsifizieren wenn man sich vor Augen hält, daß sich die Alltagskultur arabischer Christen kaum von der ihrer moslemischer Landsleute unterscheidet.

Vielleicht sollte man den "Euro-Islam" weniger als Lösung für den Konflikt zwischen Gesellschaften sehen, nicht als Weg zur einheitlichen Globalkultur, als viel mehr eine Spielart des Islam. Diese könnte für den Islam in Europa, ohne an den Regeln und Geboten der reinen Lehre zu rütteln, die Komponente der Arabischen Kultur in diesem Glauben zurückdrängen und durch westliche Kulturelemente ergänzen.

Dies fordert vom Islam und den Muslimen in Europa ein sehr hohes Maß an Stolz und Selbssicherheit da kulturelle und sozialisationsbedingte Elemente und Strukturen überwunden werden müßten. Der Islam in Europa müßte eine Dynamik an den Tag legen, wie er sie in den letzten 500 Jahren nicht gezeigt hat.

Insofern ist Tibi tatsächlich visionär. Ich lese ihn so, daß er versucht dem Vorwand entgegen zu wirken, der Islam sei mit der fremde Kultur identisch mit der wir uns in Europa auseinander setzen müssen. Die Kultur ist aber eine andere Komponente, die zur Stärkung ihrer Ligitimation mit der Religion gleichgesetzt wird.

Das Tibi in der islamischen Welt umstritten ist verwundert nicht. Die Dynamik die sein Wunsch nach Reformation des Islam fordert, steht einem meist sehr konservativen Klima in diesen Ländern gegenüber. Dessen Grund ist aber keines Wegs der Islam, sondern instrumentalisiert den Islam.

Tibi gilt meine Hochachtung, daß er sich so frei, geradezu revolutionär, äußert wie er dies tut. Er verfolgt eine Vision, die dem Islam eine echte Heimstatt in Europa bescheren kann, ohne das erst ein Krieg der Zivilisationen stattfinden muß.

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