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Weltreligion Islam
 
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Weltreligion Islam [Taschenbuch]

Karl-Heinz Ohlig , Ulrike Stölting
1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Taschenbuch, 2000 --  

Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Matthias-Grünewald-Verlag (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3786722730
  • ISBN-13: 978-3786722731
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 14,9 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.807.242 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Professor für Religionswissenschaft Karl-Heinz Ohlig informiert umfassend und fundiert über den heutigen Stand der islamwissenschaftlichen Forschungen. Insbesondere im Blick auf die Entstehung und Rezeption des Koran hat Ohlig die Nase vorn. Das Buch beschäftigt sich auch mit Themenkomplexen wie Ethik und Recht, Rolle der Frau, Wissenschaft, Philosophie und Theologie im Islam. Ein eigenes Kapitel, das Ulrike Stölting verfasst hat, ist dem Phänomen Mystik und Sufismus im Islam gewidmet.

Hervorzuheben ist die gründliche Arbeit an den Quellen. Ohligs Ausführungen zu Zitaten aus den Suren des Koran (in deutscher Übersetzung) vermitteln den Leserinnen und Lesern den Islam als eine unter historischen Bedingungen gewachsene Größe -- heutzutage eine Selbstverständlichkeit, wie man meinen sollte. Doch vor allem die islamische Koranforschung steckt in dieser Hinsicht noch immer in den Kinderschuhen. Ohlig legt systematisch dar, wie mit einem offenbarungspositivistischen Verständnis und wortwörtlichen Interpretationen immer wieder eine fragwürdige Theologiepolitik betrieben werden kann.

Ohlig skizziert die mehr als 1.300-jährige Geschichte des Islam und legt das Augenmerk auch auf die vorislamischen, christlichen und jüdischen Einflüsse. Diese Perspektive ist in der islamischen Wissenschaft bislang eher vernachlässigt worden, und Ohlig klinkt sich hier in die ersten Versuche ein, eine wissenschaftliche Lücke zu schließen.

Die sehr übersichtliche Gliederung und die historisch exakte Arbeit machen Weltreligion Islam zu einem Muss für alle, die sich wissenschaftlich fundiert und intellektuell verantwortlich mit dem Islam auseinandersetzen wollen. Das Buch beweist außerdem, dass wissenschaftliche Wälzer nicht staubtrocken zu lesen sein müssen. Die Einführung befriedigt den Wissensdurst und regt auch die eigene Entdeckungsfreude an.

Ohlig kommt am Ende seines Buches zu dem begründeten Schluss, dass ein so komplexes und plurales Gebilde wie der Islam die Herausforderungen der Moderne durchaus angstfrei und selbstbewusst annehmen kann. Der Islam kann sich der Auseinandersetzung mit der globalen Entwicklung allerdings nur dann vernünftig stellen, wenn im innerislamischen Diskurs endlich eine Bereitschaft zur historischen Selbstkritik beginnt. Die theologischen Ressourcen liegen vom Koran her längst dafür bereit. --Bettina Wittke

Kurzbeschreibung

Der Islam ist mit über einer Milliarde Gläubiger eine der großen Weltreligionen. Sein Einfluss in vielen Regionen der Erde ist kaum zu überschätzen. Auch hierzulande sind Religion und Kultur der Muslime inzwischen ein vertrautes Bild. Karl-Heinz Ohlig legt eine umfassende Einführung in den Islam vor. Die Geschichte, die Ethik, das Rechtssystem, die islamische Mystik (Sufismus), die Rolle der Frau - dies sind u.a. die Themen, über die Ohlig fachkundig, zuverlässig und gut lesbar informiert. Äußerst brisant ist seine kritische Auseinandersetzung mit der Entstehung des Koran. Ohlig stützt sich hier auf neue Forschungsergebnisse und fördert Überraschendes zu Tage. Er zeigt, welche unterschiedlichen Traditionen und Interessen in den Koran eingeflossen sind. Auch in der westlichen Islam-Forschung hat man den Koran bisher kaum so konsequent historisch-kritisch betrachtet. Ohlig zeigt, dass viele Suren des Koran bis jetzt völlig falsch gelesen wurden und ursprünglich einen ganz anderen Sinn hatten. Fachleuten und allgemein Interessierten kann man Ohligs Buch als die informativste Einführung in den Islam empfehlen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Weltreligion Islam. Eine Einführung. Karl-Heinz Ohlig. Mainz 2000

Der Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig auf der "Entstehung" des Koran, dem Leben des Propheten Muhammad und der Geschichte des frühen Islam (knapp 200 Seiten). Der späteren Geschichte des Islam gelten ca. 60 Seiten, ganze sechs Seiten dem Rechtssystem, die Wissenschaft wird auf kläglichen 2 1/2 Seiten abgehaspelt, knapp 30 Seiten befassen sich mit Philosophie und Theologie. Von der Mystik im Islam handeln 60 Seiten, die jedoch Ulrike Stölting verfaßt hat und die erstaunlicherweise auf dem Einband nicht genannt wird.
Die "Einführung" wendet sich an Fachleute ( wer immer sich dafür hält) und an "allgemein Interessierte". Was denen über die Religion mitgeteilt wird, hat wiederum mich interessiert. Ich dachte an Menschen, die beruflichen oder privaten Umgang mit Muslimen haben wie Lehrer, Arbeitskollegen, Nachbarn, Mitglieder von Kirchengemeinden. Sie können sich jedoch leider keinerlei Auskünfte erhoffen. Religion und Kultur der Muslime werden als bekannt vorausgesetzt. Identität und kulturelles Gedächtnis der Muslime interessieren Ohlig nicht. Er schreibt vielmehr in einer Art und Weise über den Koran und das Leben des Propheten Muhammad, Angelpunkte im Leben von Muslimen, daß wohl keiner seinen Glauben und seine religiöse Praxis wiedererkennt. Es geht Ohlig auch gar nicht um ein Verstehen - es geht ihm vielmehr darum, nicht-muslimischen Lesern vom Katheder herab zu zeigen, wo es nach seiner Meinung zum rechten Umgang mit dem Koran langgeht. Dazu sollte man wissen, daß der Autor, Professor für Katholische Theologie und Religionspädagogik, bei der Auseinandersetzung mit dem Christentum dazu gekommen ist, daß "die Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes" "als eine kulturgeschichtliche Gestalt des christlichen Glaubens unter anderen gelten und nicht länger normativ sein soll".(Karl-Heinz Ohlig, "Ein Gott in drei Personen?" 1999, s. dazu aufschlußreiche amazon-Rezension von burghart22).
Die zugrunde gelegte Methode hat er eins zu eins auf den Islam übertragen. Entgegen der Überzeugung der Muslime und dem Konsens der westlichen Koranforschung, daß der Koran Muhammad offenbart wurde, stellt er dies, gestützt auf eine Minderheit, in Frage. (S. 45f.) Letztere wird vielfach mit dem "neuesten Stand der Forschung" verwechselt, daran muß sich der Leser stets erinnern. Der Text der ersten Sure, meint Ohlig, könne seiner Eigenart nach kaum von Muhammad stammen oder auch nur von Anfang an zum Koran gehört haben, weil er ein Gebet ist, die anderen Suren seien Offenbarungsreden.(S. 43).Man staunt. Oder "Die These, daß der gesamte Koran in allen seinen Texten historisch auf Mohammad zurückgehe, ist nicht mehr aufrechtzuerhalten."(S. 59)Wer hier nun als Christ ein leichtes Gefühl des Triumphes in sich aufsteigen fühlen mag ob dieser "Demontage" des Koran und die Konsequenzen für die mehr als 1,3 Milliarden Muslime, erinnere sich an die Geschichte mit der Trinität (s.o.)!
Zwei Koranzitate habe ich nachgeprüft: Den "Vorbemerkungen" Ohligs ist der Koranvers vorangestellt "Aber sie (Ungläubige) haben kein Wissen darüber. Sie gehen nur Vermutungen nach. Aber Vermutungen helfen hinsichtlich der Wahrheit nichts." Ungläubige mag mancher eifrige Medienkonsument auf "Christen" beziehen. Aber hier ist nicht sinnvoll zitiert worden, denn durch den unmittelbar vorausgehenden Koranvers wird deutlich, daß von Menschen die Rede ist, die nicht an das Jenseits glauben und deshalb Engel sicherlich als weibliche Wesen bezeichnen. Der irreführende Zusatz in der Klammer stammt von Ohlig selbst. Beim zweiten Koranzitat spricht Ohlig (S. 126) davon, daß bei Totschlag/Mord anstelle der Wiedervergeltung vielmehr "Blutgeld" verlangt werden könne. "Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit". Ausgelassen hat Ohlig aber: "Der aber, dem von seinem Bruder verziehen wird, (zahle bereitswillig....")(Sure 2, Vers 178). Der nächste Angehörige des Opfers kann also durch Verzeihen die Tötung des Täters aufheben, und es wird lediglich eine Entschädigung ( sog. Blutgeld) fällig. Das biblische Aug' um Auge wird überwunden. Hoffentlich sind die übrigen Zitate zuverlässig!
Das Vertrackte an einem Buch wie diesem ist, daß man ein doppelt so umfangreiches schreiben müßte, wollte man Schiefes gerade rücken. Wer gewissermaßen im Hinterkopf behält, welche Position Ohlig gegenüber christlicher Lehre einnimmt, wird dieses Buch richtig einordnen können - wenn es ihn dann noch interessiert.

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