Als 'backpacker', der vor ein paar jahren selbst mal ein jahr unterwegs war, interessiere ich mich generell fuer reiseberichte und buecher gleichgesinnter. Es gibt viele tolle buecher auf dem markt, die impressionen und erlebnisse eindrucksvoll vermitteln und hunger auf mehr machen bzw. einen selbst wieder an die orte, an denen man vielleicht selbst schon war, zurueckversetzen. Diese einfallslose, oberflaechliche Selbstbeweihraeucherung von Falk Werner und Jenni Fizia gehoert mit Sicherheit nicht dazu.
Den Geschichten und Reisezielen nach zu urteilen haben die beiden ein Jahr lang die Top 3 aus dem jeweiligen Lonely Planet Kapitel abgehakt und beehren den Leser mit Lebensweisheiten wie '"Amerikanisches Fruestueck mit Pancakes und Ahornsirup macht dick.'" (S. 47). Anscheinend glauben die beiden Pauschalrucksacktouristen, dass sie die krassesten Backpacker vorm Herrn sind und jemand, der selbst noch nicht ein Jahr lang unterwegs war Tips wie den folgenden braucht:' "Jenni empfiehlt: Dem Jetlag entgehst du, wenn du dich sofort an die Ortszeit gewoehnst."' (S. 24). Oder "'Gut zu wissen: Trage Schmuck, Uhren und Kameras nicht sichtbar am Koerper. Das erregt nur unnoetiges Interesse und signalisiert Wohlstand.'" (Honduras, S. 71) Also lange Meter tiefgehende Einsichten, auf die man als nochnichtweltreisender nie kommen wuerde. Ehrlich gesagt frage ich mich, warum ich dieses Buch zuende gelesen habe. Wahrscheinlich hat mich eine Art Voyeurismus getrieben, der mich auf immer neue Peinlichkeiten hat hoffen lassen (er -' mein Voyeurismus - wurde in keinem Kapitel enttaeuscht).
Fazit:
Wenn du ueber Usedom und die Costa Brava noch nicht hinausgekommen bist, dann kauf dir dieses Banalitaetenkabinett. Wenn du deinen Rucksack schon durch Europa getragen hast und jetzt weiter hinaus willst, dann kauf es dir auch. Aber erst wenn du wieder zurueck bist ...' damit du was zu lachen hast.