Wer sich für Berliner / Neuköllner Geschichte (insbes. Migration) interessiert, sollte diesen Comic unbedingt lesen. Liebevoll gezeichnet und fundiert vermittelt er grundlegende Kenntnisse und ist dabei kurzweilig und unterhaltsam. Dadurch, dass die Autorin innerhalb des Zeitstrahls immer wieder zu sich, ihrer Familie und in die Gegenwart springt und Vergleiche anstellt, aber auch, weil sie das Leben und die Nöte der "kleinen Leute" darstellt, kann man sich die historischen Vorgänge und ihre Auswirkungen noch besser vorstellen. Zudem wirbt das Buch subtil dafür, dass "Ureinwohner" und Migranten sich - im Sinne eines guten Zusammenlebens - mehr aufeinander zu bewegen, interessierter, toleranter und offener sind. In Zeiten zunehmender Vorbehalte und wachsender Ablehnung eine gute Sache.