Peter Scholl- Latour beleuchtet in seinem neuesten Buch, welches in der Woche seines 80sten Geburtstags veröffentlicht wurde, die schwierige Nachkriegszeit im IRAK und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die schiitische Glaubensrichtung des Islam.
Der Autor bereist im Sommer und Herbst 2003 Afghanistan, IRAK, IRAN und den Libanon. Vergleicht die aktuelle Situation vor Ort mit seinen Erfahrungen aus früheren Reisen in die hochgradig instabile Region. Scholl- Latour spricht mit Personen vielfältigen Kalibers. Angefangen vom Groß-Ayatollah über britische Patrouillensoldaten in Basra bis zum zwielichtigen ehemaligen Geheimdienstler. Hieraus ergibt sich ein buntes Bild von Perspektiven.
In diesem Buch wird versucht auf einfache Fragen, die eigentlich gar nicht einfach sind, Antworten zu finden. Wie sieht die Schiitische Glaubenswelt aus? Wie entwickelte sich die geschichtliche Situation? Was erwarten die Menschen von der Zukunft? Warum gibt es im IRAK einen deutschen Soldatenfriedhof?
Neokonservative Denkweisen gezielter Desinformation, positive Dominotheorie im Nahen und Mittleren Osten sowie der Beginn eines endlosen Abnutzungskrieges gegen das Gespenst des Terrorismus werden schonungslos offengelegt.
Die Erzählweise des Autors ist ,wie in seinen anderen Veröffentlichungen, sehr lebhaft und angenehm springend zwischen verschiedenen Gedankensträngen. Auf die modische verschleiernde „political correctness" wird zum Glück wieder verzichtet.