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Weltlicht
 
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Weltlicht [Taschenbuch]

Halldór Laxness , Hubert Seelow
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, November 2003 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 664 Seiten
  • Verlag: Steidl; Auflage: 1., Aufl. (November 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882439432
  • ISBN-13: 978-3882439434
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 680.370 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Halldór Laxness
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Das episch breit angelegte Romanschaffen des isländischen Autors Halldór Laxness (1902-1998) greift verschiedentlich autobiografische Erlebnisse auf oder befasst sich mit dem Lebensweg von Zeitgenossen -- so auch in diesem Fall: Das in dem tetralogisch konzipierten Roman Weltlicht Erzählte basiert auf den Tagebucheintragungen eines isländischen Volksdichters während der dreißiger Jahre in Reykjavik und Umgebung.

Der Protagonist Olafur Karason pflegt eine leidenschaftliche Liebe zur Literatur, doch damit stößt er überall nur auf Ablehnung und Erniedrigung. Seine Mitmenschen empfinden ihn als einen jämmerlichen Menschen, der "auf der faulen Haut lag und jahrelang so tat, als sei er krank, und unschuldige Menschen in einer anderen Gemeinde sich für seinen Lebensunterhalt abrackern ließ". Auch sein Talent als Gelegenheitsdichter wird verkannt: "es ist schwer, im Norden am äußersten Meer Dichter zu sein." Olafur war, von seinen Eltern verstoßen, als Pflegekind aufgewachsen und hatte seine Jugend in einer Atmosphäre menschlicher Kälte auf einem Bauernhof verbracht, sein Leben dort bestand aus schwerer körperlicher Arbeit, Hunger und Schlägen. Ärmliche Verhältnisse prägen auch die Ehe an der Seite einer ungeliebten Frau, die gemeinsamen Kinder sterben, und wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen kommt Olafur schließlich ins Gefängnis. Hier entwickelt er Visionen, und nach seiner Entlassung erfüllt sich endlich sein Traum von Schönheit und Vollkommenheit -- "es liegt nicht in meiner Natur, von dem Glauben abzuweichen, daß es nur eine wahre Liebe zwischen Mann und Frau gibt".

Weltlicht, der von Hubert Seelow übersetzte elfte Band einer im Steidl-Verlag erscheinenden Werkausgabe des Literatur-Nobelpreisträgers von 1955, thematisiert die Stellung des Künstlers als Außenseiter. Laxness knüpft stilistisch zuweilen an die literarische Tradition der heimatlichen Skaldendichtung an und zeichnet ein menschliches Schicksal, das zutiefst berührt und zugleich Licht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse quer durch alle Schichten Islands wirft -- abseits vom Inselzauber der Fjorde und Geysire. --Yvonne Drynda -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2000
In keinem seiner Bücher, findet Walter Hinck, umkreist der isländische Nobelpreisträger den Typ des isländischen Dichters "so beharrlich" wie hier. Aber: den heutigen Leser erwarten zunächst auch Mühen und für eine über vier Romane sich spannende Saga brauche er einen langen Atem. Doch es scheint sich zu lohnen. Manchmal schwingt der Kritiker sich fast zu euphorischem Jubel auf über das vom Dichter inszenierte "mitreißende Schauspiel isländischer Natur, in dem auch die Elfen, also die Mythen ihr Daseinsrecht behaupten". Trotzdem gebe Laxness "der isländischen Gesellschaft im Zeitalter der Lohnkämpfe scharfe Konturen". Der Autor gewinnt den Respekt des Rezensenten erneut, als er die Klippen sowjetkunsthafter Schablonen bravourös umschifft, obwohl er Ende der Dreißiger Jahre seinen Roman in Moskau weiterschrieb. Und auch "als Porträtist der Volksgestalten" ohne Beschönigung hat Laxness auf den Rezensenten Eindruck gemacht. Im Roman, erfährt man auch, sind Elemente aus Tagebüchern und Aufzeichnungen des isländischen Volksdichters Magnus Hjatason verwendet worden. Die neue Übersetzung zieht Hinck der alten deutlich vor, ein Geleit- oder Nachwort vermisst er aber.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fremdsein in der Welt 17. August 2011
Format:Broschiert
Den positive Helden wird man bei Laxness vergebens suchen. Scheinbar unbeteiligt, oft böse, sarkastisch oder ironisch wird berichtet. Es gibt es keinen befreienden Humor: Das Lachen bleibt einem immer wieder im Halse stecken. Wir scheinen in eine unvorstellbar primitive und grausame Welt des Neunzehnten Jahrhunderts einzutauchen, befinden uns jedoch im ISLAND Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte des Gemeindepfleglings Olafur Karason, der sich Ljosvikingur nennt und Dichter werden möchte. Als Kind trägt er heimlich Bücher am Herzen, bevor er überhaupt lesen kann. Bücher sind für ihn der Trost in einer Zeit von Armut und Rückständigkeit. "Kein Vieh warf so viel bares Geld im Jahr ab..."(Laxness) wie das von der Mutter ausgesetzte Gemeindekind, das nebenbei noch kostenlos für jede Arbeit ausgebeutet werden konnte. Ungestraft konnte seine Seele beschädigt, erniedrigt und verhöhnt und sein kleiner Körper gequält werden. Das Göttliche (DIE SCHÖNHEIT) findet Olafur schon als Kind nur in der Natur. Seine Sehnsucht, es in den Menschen zu finden, erfüllt sich nicht. Obwohl der junge Mann mit "den blauen und tiefen Augen"(Laxness) die Frauen liebt und diese sich von dem seltsamen Außenseiter angezogen fühlen, scheitert er immer wieder, weil er nicht bereit ist für die Liebe zu kämpfen. "Wie wunderbar du atmest. Ich komme, um dich atmen zu hören." sagt eine seiner Geliebten. "Das Menschenleben ist ein unaufhörliches Verbrechen."(Laxness) So ist es nicht verwunderlich, dass Olafur irgendwann selbst mit dem Gesetz in Konflikt kommt und sich im Gefängnis wiederfindet, - denn sein Verbrechen stimmt nicht wie alle großen Verbrechen dieser Welt mit den geltenden Gesetzten überein. "Alles Lebende und Tote ist mit der Fratze der Armut gebrandmarkt."(Laxness) Olafur nimmt seinen Leidensweg in Demut hin - opfert die Liebe dem Mitleid zu einer fünfzehn Jahre älteren, fallsüchtigen Frau und ihren gemeinsamen Kindern. Sowohl die Krankheit Epilepsie als auch die Themen Erniedrigung und Mitleid verweisen auf einen Großen der Weltliteratur, den Halldor Laxness sehr verehrt hat: Fjodor M. Dostojewski. In der Zeit, in der der große Isländer seinen Roman schrieb - 1936 bis 1940 - setzte er alle seine Hoffnungen auf das neue Russland, als Gegengewicht zum aufkommenden Faschismus. Er war sogar 1937, wie andere Prominente aus aller Welt, zu den berüchtigten Schauprozessen Stalins nach Moskau eingeladen worden. Erst viel später hat er diesen Irrweg bereut. Am Ende der Geschichte bringt Laxness das Gleichnis vom Spiegel, durch den wir die Welt sehen lernen, weil wir im direkten Blick die Welt nicht mehr erkennen. Dieser Tragik war Laxness zeitweise selbst erlegen - nur in seinen Romanen blieb er ganz wahrhaftig. Wo die Welt rätselhaft ist, bleibt auch die Prosa Laxness voller Rätsel - insofern keine leichte, aber eine ganz besondere, beeindruckende Lektüre.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Seltsame Geschichten 24. März 2004
Von Klaus Grunenberg VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Hoppla, da erzählt einer Geschichten, daß einem der Atem stockt.

Und es darf gelacht werden, was kein Wunder ist bei all diesen seltsamen Vögeln, die sich in diesem Buch in Island treffen.
Gut, es ist eine andere Zeit, aber die Menschen haben sich gewiß nicht allzusehr verändert inzwischen, das muß man erkennen.
Deshalb kann sich ähnliches vor allem in ländlichen Gefilden unter anderen Umständen, etwa in der Religion, also auch in katholischen Gegenden immer wiederholen.

Das aber ist die Botschaft dieses ungewöhnlichen und großartigen Buches, daß ein Mensch, der in seinen jungen Jahren schon vom Pech verfolgt wird, von den Geschwistern gehänselt (aber wie!), ewig krank darniederliegt und sich nur an dem einzigen Sonnenstrahl emporrangt wie ein Blümchen, daß dieser Mensch zwar innerlich ein großer Dichter sein kann, von manchen geachtet und geliebt (vor allem von der holden Weiblichkeit!), aber sonst ist er ein Vesager.

Somit ist fast alles gesagt über dieses Buch, wenn nicht die wunderbare Sprache, das dichterische Vermögen des Autors Haldor Laxness und die herrliche Übersetzung vom Hubert Seelow uns hier ein Werk vor Augen bringen, das wirklich seinesgleichen sucht.

Isländische Barden, ja die können es wirklich und Olafur Karason heißt der Held dieser wundersamen Geschichte, die sich schließlich zu einem Krimi erweitert und in der natürlich auch seltsame Gedichte eingestreut sind. Deutlich wird vor allem der Halt, den Religion geben kann, und deutlich wird auch die Möglichkeit ausgeleuchtet, die Menschen in die Lage bringen können, denjenigen zu verachten, der sich diesem Halt nicht hinzugeben vermag.
Das ist nämlich eine weitere Botschaft dieses Buches, daß Hausandachten und erbauliche Postillen nicht unbedingt Menschen bessern müssen. Das gilt heute wie damals.

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Von Chefspatz
Format:Broschiert
Das Buch handelt von einem Dichter, der von aller Welt mit Füßen getreten wird. So wird er als Kind mehrmals halbtot geprügelt und muss schwer schuften. Auch als Erwachsener durchlebt er eine Höllenqual nach der anderen und der Leser mit ihm, denn immer ersehnt man sich beim Lesen eine kleine Gnade, ein Sonnenstrahl und immer geht es noch tiefer hinuter in die Verzweiflung. Es wird von vielen armen Menschen berichtet... irgenwie zeigt das Buch ständig, wie verkommen die Gesellschaft ist. Der Dichter möchte nur in Ruhe gelassen werden, aber immer wieder zwingt ihn jemand neues Unheil auf.

Warum sollte man sowas lesen? Also mir hat das Buch gefallen, weil die Gefühle des Dichters so realistscih rüberkamen. Man fühlte sich in diese kalte, gefühlslose Welt hineingezogen. Man verliert durch diese Lektüre die Sicht durch die rosarote Brille und bald sind es die kleinen Freuden im Leben, die einem als große Wunder ins Auge stechen.

Dennoch blieb am Ende des Buches ein Stück Eis in meiner Brust zurück. Wer sich von traurigen, schweren und sehr tiefgründigen Geschichten nicht abschrecken lässt, sollte das Buch lesen.
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