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Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben
 
 
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Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben [Gebundene Ausgabe]

Diarmuid Jeffreys , Helmut Dierlamm , Werner Roller
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (23. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896672762
  • ISBN-13: 978-3896672766
  • Originaltitel: Hell's Cartel
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 5,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 247.010 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der englische Journalist Dairmuid Jeffreys hat eine tiefgründige Geschichte der IG und eine der besten Wirtschaftsgeschichten Europas geschrieben." (Ulrich Brömmling, Süddeutsche Zeitung )

Kurzbeschreibung

Wie die deutsche Chemieindustrie zur Weltmacht wurde und Europa den Krieg brachte

Kommt die Verflechtung von deutscher Wirtschaft und Politik im 20. Jahrhundert zur Sprache, wird meist an Flick, Krupp oder Siemens und die Rolle dieser Unternehmer und Firmen im Nationalsozialismus erinnert. Das historische Erbe der IG Farben – des Zusammenschlusses von führenden Unternehmen der chemischen Industrie, allen voran Bayer, Agfa, BASF und Hoechst – ist 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs den wenigsten präsent. Dabei hat kaum ein Industriezweig so machtvoll das Schicksal Deutschlands geprägt wie diese „Interessengemeinschaft“. Von wissenschaftlichem Ehrgeiz über aufopferungsvollen Patriotismus bis zu nackter Profitgier und ideologischer Verblendung findet sich in der Geschichte der IG Farben jedwedes Motiv, das führende Köpfe der Branche dazu bringen konnte, die zwei großen deutschen Kriegsanstrengungen zu unterstützen, ja, überhaupt erst möglich zu machen.

Anschaulich und so umfassend wie keine zuvor stellt Diarmuid Jeffreys’ Studie das zerstörerische Werk der IG Farben dar, das mit der beiläufigen Entdeckung eines synthetischen Farbstoffs im 19. Jahrhundert ihren Anfang nahm und 23 leitende Angestellte der chemischen Industrie vor das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal führen sollte. Sie waren, so ein Ankläger damals, „die Zauberkünstler, die die Fantasien von „Mein Kampf” wahr machten“.


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Jeffreys Buch ist die "Historie des Sündenfalls" der chemischen Industrie in der Zeit des Nationalsozialismus. Es hat ein exorbitantes Zeitfenster benötigt, bis jemand sich an die Vergangenheit der IG Farben in dieser Form herangetraut hat. Jeffreys liefert eine gut geschriebene Analyse der Interessengemeinschaft Farben, die den Leser sukzessive in die Wirtschafts- und Wissenschaftswelt des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der IG Farben eintauchen lassen und in den Bann der Geschichte zieht. Jeffrey beschreibt die Entstehung des damals viertgrößten Unternehmens der Welt bis hin zu dem "Sündenfall"; der Beteiligung an Verbrechen u. a. in Konzentrationslagern, die in ihrem Ausmaß weder zu benennen noch zu beziffern sind.

Von den Anfängen der chemischen Industrie und der organischen Chemie im 19. Jahrhundert über die Gewinner des Nationalsozialismus bis hin zu den Kriegsverbrecherprozessen gegen die wichtigsten Protagonisten und deren Wiederaufstieg in der Bundesrepublik: Jeffreys liefert dazu die Darstellung der Vergangenheit! Und das anschaulich und gut dargestellt. Mehr als ein Abschnitt der Geschichte wird hier ausführlich recherchiert und eloquent beschrieben. Zwischen der Entwicklung "synthetischer Farben" und Auschwitz versteht dieses Buch nachzuzeichnen und zu beschreiben. Jeffreys zeichnet nach, wie die wichtigsten drei wichtigsten Konzerne - BASF, Bayer und Hoechst - rasch wieder - nach dem Kriegsende - zu globalen Wirtschaftsunternehmen wurden. Der britische Journalist zeichnet auch nach, wie ihre in den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg zu geringen Strafen verurteilten ehemaligen Gehilfen der Nazis zu späteren Zeitpunkten mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurden. Er zeichnet die Verantwortlichkeiten nach. Das allein war überfällig!

Das Werk ist interessant geschrieben und offenbart historische Gegebenheiten, die vermutlich dem breiten Publikum nicht bekannt waren, wie etwa die Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung der synthetischen Farben im 19. Jahrhundert. Aber das ist nur der Grundstein zur Skizierung des Sündenfalls", den die deutsche Industrie im Sektor der Chemie begangen hat, um dem Nationalsozialismus zum dem zu verhelfen, was dieser sich erwünscht hat: Effektive Chemie zur Kriegsführung, Menschenvernichtende Arbeit", Nobelpreise und das alles ohne großen Widerspruch.

Und es offenbart sich natürlich die Frage, warum kein deutscher Historiker sich bisher an diese Thematik der IG Farben herangewagt hat. Sei es wie es sei: Es ist ein gelungenes Werk deutscher Industriegeschichte, die die Verantwortlichkeiten der Deutschen Wirtschaft im Sektor der Chemieindustrie im Nationalsozialismus offenbart und ein offenes Bild davon entwirft.

Eine Stärke von Jeffreys Analyse besteht darin, dass sich die einzelnen Puzzelstücke" dieses Geschichtsteils sich in diesem Gesamtwerk zusammenfügen. Eine weitere und sehr bedeutendere liegt darin, dass ein sehr wichtiger Teil deutscher Wirtschaftsgeschichte in politischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen mit dem Buch von ihm adäquat aufgearbeitet wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr anschaulich 19. Juli 2011
Sehr anschaulich erzählt, gründlichst recherchiert und so umfassend wie keine andere Darstellung zuvor stellt diese Studie des englischen Journalisten Jeffreys das zerstörerische Werk der IG Farben dar, das mit der beiläufigen Entdeckung eines synthetischen Farbstoffs im 19. Jahrhundert ihren Anfang nahm und 23 leitende Angestellte der chemischen Industrie vor das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal führen sollte. Das historische Erbe der IG Farben - des Zusammenschlusses von führenden Unternehmen der chemischen Industrie, allen voran Bayer, Agfa, BASF und Hoechst - ist 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs den wenigsten präsent. Dabei hat kaum ein Industriezweig so machtvoll das Schicksal Deutschlands geprägt wie diese "Interessengemeinschaft". Von wissenschaftlichem Ehrgeiz über aufopferungsvollen Patriotismus bis zu nackter Profitgier und ideologischer Verblendung findet sich in der Geschichte der IG Farben jedwedes Motiv, das führende Köpfe der Branche dazu bringen konnte, die zwei großen deutschen Kriegsanstrengungen zu unterstützen, ja, überhaupt erst möglich zu machen. Wie wichtig kritische industriegeschichtliche Studien dieser Art sind, zeigt das Schlusskapitel von Jeffreys Buch. Keiner der Verantwortlichen der verbrecherischen Verbindung von Industrie und Terrorherrschaft hat Reue gezeigt, keine der Nachfolgefirmen der IG Farben hat die Verantwortung für ihre Geschichte übernommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Alle haben sie mitgemacht im dritten Reich, die ganzen, großen Namen der deutschen Industrie, und alle haben sie prächtig verdient und ihren Teil am zerstörerischen Werk Hitlers beigetragen. Der größte Konzern und aufs engste mit dem dritten Riech verbunden waren die IG Farben (der Zusammenschluss vieler chemischer Betriebe und Konzerne, unter anderem Bayer, Höchst, BASF und Agfa).

Ein Komplex und ein geschichtliches Element, in dessen Betrachtung durchaus noch Lücken zu finden waren. Eine Lücke, die der britische Journalist Diarmuid Jefrreys mit seiner umfassenden (gut 815 Seiten, zusätzlich versehen mit einem breiten Anhang) Untersuchung nun fundiert recherchiert und detailliert dargestellt, schließt. Alleine schon zu wissen, wie viele chemische Mittel IG Farben produzierte für das Vernichtungswerk Hitlers, für die Konzentrationslager und zu Kriegszwecken, aber auch sich der Finanzkraft gewahr zu werden, welche die IG Farben Hitler von seinem Aufstieg an (und von da an durchgehend) zur Verfügung stellte, macht deutlich, wie untrennbar verbunden das dritte Reich mit der geballten Industrie- und Finanzmacht der IG Farben war. Die alliierten Untersuchungen nach dem Krieg haben zweifelsfrei festgestellt, dass all dies 'wissentlich und willentlich' durch die Führung der IG Farben geschah, vom Vernichtungsgas für die Konzentrationslager bis zum unermesslichen Profit durch Krieg und Arbeitskräfte, die durchaus zu Recht als 'Sklaven' bezeichnet werden könnten. In Auschwitz betrieb die IG Farben gar eine eigene Fabrik unter skrupelloser Ausnutzung der Lagerinsassen. Als Nicht Wissende konnte sich dort nun tatsächlich kein Verantwortlicher in der Führung des Konzerns darstellen.

Doch jede Entwicklung hat ihre Ursprünge. Jeffreys konzentriert sich nicht nur auf die 'entscheidenden' Jahre des dritten Reiches (wenn auch hier durchaus der Schwerpunkt seiner Ausführungen liegt), sondern vollzieht die Geschichte des Megakonzerns Schritt für Schritt von den ersten Anfängen der 'deutschen, chemischen Erfolgsgeschichte) im 19. Jahrhundert her bis zum Zusammenschluss zur offiziellen 'IG Farben' 1925 nach. Ebenso, wie er die Zerschlagung des Konzerns und die weitere Entwicklung in seinem Epilog mit aufnimmt. Zudem bietet er, verständlich und lesbar, eine genau Schilderung des geschickten Vorgehens Hitlers im Buch dar, der durch das Versprechen hoher Renditen und durch garantierte Abnahmen von Erzeugnissen (Treibstoff aus Leuna u.a.), jenen Trieb in den Verantwortlichen wachrief, der (fast) immer funktioniert. Die Gier und die Aussicht auf exorbitante Gewinne. Soweit, bis die gesamte IG Farben (wie auch andere Konzerne) auf Gedeih und Verderben an das Schicksal des dritten Reiches sich gebunden hatten. Wobei das Verderben relativ ist, denn so gut wie alle führenden Männer der IG Farben spielten eine durchaus tragende (und natürlich hoch profitable) Rolle beim Wiederaufschwung der späteren Bundesrepublik.

Diarmuid Jeffreys schreibt flüssig und verständlich, er stellt dar und begründet wesentlich eher, als dass er wertet, scheut dabei aber nicht die klare Beschreibung gerade auch der Gräuel, die in der Verantwortung der IG Farben stehen. Umfassend widmet er sich seinem Thema und legt damit eine fundierte Darstellung der Geschichte des Konzerns und dessen (gewollte und gezielte) Verquickung in die Strukturen des dritten Reiches vor. Im Blick auf die ständig drohende und ständig geschehende Verbindung von Macht, Politik und Geldgier ein ebenso erhellendes Buch, wie im Blick auf einen konkreten Abschnitt der jüngeren Geschichte.
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