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Weltgeschichte der Sklaverei
 
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Weltgeschichte der Sklaverei [Broschiert]

Egon Flaig
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Broschiert, 17. März 2009 --  


Produktinformation

  • Broschiert: 237 Seiten
  • Verlag: Beck C. H.; Auflage: 1 (17. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406584500
  • ISBN-13: 978-3406584503
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 330.063 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Egon Flaig
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Daß wir ohne Sklaverei leben, ist nicht selbstverständlich. Dieser Zustand ist historisch errungen und kann wieder verloren gehen. Die Anzahl der in Unfreiheit geratenden Menschen steigt täglich; damit drohen die Menschenrechte zu wertlosem Papier zu werden. Dieses Buch zeigt, was hier auf dem Spiele steht. Es schildert, worin Sklaverei bestand, wie Lieferzonen für die stetig steigende Sklavennachfrage entstanden, wie sich die Sklaverei entwickelte und weltweit durchgesetzt wurde. Drei zentrale Systeme der Sklaverei werden dargestellt: die sozialen Formen der antiken und vorderasiatischen Sklaverei, das System der islamischen Sklavenhaltung und schließlich ihre westliche Ausprägung in den Plantagen Nordamerikas. Ein Kapitel über den schließlich siegreichen Kampf gegen die Sklaverei beschließt den Band.

Über den Autor

Egon Flaig hat den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Rostock inne.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
51 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tabubruch 10. Juli 2009
Format:Broschiert
Flaigs Darstellung der Geschichte der Sklaverei ist hervorragend recherchiert und sehr gut lesbar.

Sklaverei war über die längste Zeit der dokumentierten Menscheitsgeschichte der "Normalzustand". Flaig führt aus, dass sie ihre Blütezeit während der Expansion des Islam hatte und letztendlich erst mit Aufkommen der christlichen Vorstellung "einer Seele" einer grundlegenden ethischen Kritik unterzogen wurde. Die Abschaffung der Sklaverei nahm ihren Anfang in den christlich geprägten Gesellschaften Nord- und Westeuropas.
Diese Darstellung, die der offiziellen Geschichtsdeutung einer im wesentlichen durch den westlichen Imperialismus begründeten Sklavereikultur zuwiderläuft, wird einigen nicht gefallen, auch wenn sie historisch nicht widerlegbar ist.

Deshalb wird sicherlich heftig nach Haaren in der köstlichen Suppe Flaigs gesucht werden. Der Qualität dieses Buches wird dies keinen Abbruch tun.
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37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
In einer knappen, aber ausreichend ausführlichen Übersichtsdarstellung, gut lesbar auch für interessierte Laien, gibt Flaig einen Überblick über das, was über dieses dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte bekannt ist und was an neuen Erkenntnissen dazugewonnen wurde. Das Buch hat mir viele gut begründete neue Einsichten vermittelt. Einige davon haben wir (westeuropäische, links-liberale Intellektuelle) gerne verdrängt, sie sind aber wohl nicht widerlegbar. Ein paar Beispiele: Sklaverei hat es zu allen Zeiten gegeben: die "klassenlose Urgesellschaft" ist ein Hirngespinst. In der antiken "Sklavenhaltergesellschaft" war die Sklaverei, wiewohl überall präsent, nicht der Haupt-Produktionsfaktor. Die am stärksten von der Sklaverei geprägte Gesellschaft war die mittelalterliche und frühneuzeitliche arabisch-türkische Islamische Gesellschaft. Afrika südlich der Sahara war "Sklaven-Lieferzone" lange bevor die Europäer Sklaven importierten. Mindestens genau so an der Sklaverei verdient wie die Europäer haben schwarz-afrikanische "Raubtier-Staaten", die sich voll auf den Sklavenfang spezialisiert hatten und erst durch den europäischen Kolonialismus von der Landkarte und der politischen Bühne verschwanden - so schwer es einem fällt, diesen Fakt zu akzeptieren!

Das Flaig diese und einige mehr aufrüttelnde und brisante Thesen nicht mit einer posthumen Rechtfertigung des westlichen Kolonialismus und sie nicht mit einer erklärten Islamfeindlichkeit verbindet, ehrt ihn, ebenso wie er theoretisch sauber herausarbeitet, warum die Sklaverei so extrem entwürdigend ist, für Individuen wie für Opfervölker, wie auch Gift für die Gesellschaften, die von der Sklaverei profitieren. Alles in allem: ein sehr lesenswertes, faktenreiches und gut recherchiertes Buch - eigentlich ein "Muß" für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt!
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Koch VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Ob diese hochinteressante Darstellung noch in der alten Rechtschreibung verfasst wurde, weil der Autor Inhaber des Lehrstuhls für Alte Geschichte in Rostock ist, lässt sich nicht sagen. Das Buch behandelt ein bedeutendes Thema der Weltgeschichte, mit dem wir uns in jüngster Zeit auch selbst wieder auseinandersetzen müssen. Und der Autor geht sehr kritisch auf aktuelle Problemstellungen ein. Egon Flaig beschränkt sich nicht darauf, seine Untersuchungen in der stillen Gelehrtenstube durchzuführen - er mischt sich in aktuelle politische Diskussionen ein und bezieht eindeutig Position. Eine Haltung, die nicht sehr viele Historiker zeigen.
Stilistisch sicher und fachlich sehr versiert breitet der Autor die Geschichte der Sklaverei vor dem Leser aus. Der erfährt Details über die Sklaverei der athenischen Demokratie oder über die phönizische Sklaverei, die oft der historischen Aufmerksamkeit entgeht. Natürlich wird auch das antike Rom ausführlich behandelt.
Das war der Schulstoff - dann stellt Flaig die islamische Welt vor - das größte und langlebigste sklavistische System der Weltgeschichte. Das islamische Weltreich basierte auf einer extensiven Nutzung von Sklavenarbeit, ständig mussten neue Sklaven erworben werden. Die muslimische Produktion war viel stärker auf Sklavenarbeit ausgerichtet als die antike Wirtschaft. Erste Zuckerrohrplantagen gab es im Zweistromland bereits im 6. Jahrhundert. Für diese war ein ständiger Zustrom an Sklaven notwendig.
Nebenbei erfährt man die Bedeutung des Namens Hindukusch für das Gebirge, über welches indische Menschen, die von afghanischen Militäreinheiten gefangen wurden, in die Sklaverei nach Turkestan und Usbekistan verkauft wurden. Hindukusch bedeutet Hindu-Tod.
Die Bedeutung Schwarzafrikas als Sklavenreservoir ist bereits für das 7. Jahrhundert nachgewiesen, der Sudan und Ostafrika spielten eine große Rolle für die islamischen Sklavenmärkte.
Flaig berichtet auch über den größten Sklavenaufstand der Weltgeschichte - den Zanj-Aufstand 869-883 im Irak. Nach dem Sieg der Aufständischen wurden die Besiegten zu Sklaven und die siegreichen Sklaven zu Sklavenhaltern!
Der Autor schildert die Situation Schwarzafrikas als ständiges Sklavenjagdgebiet (Lieferzone) seit Jahrhunderten, insofern waren dort natürlich keine staatlichen Entwicklungen möglich wie in Europa, da es zu ständigen Sklavenjagden in allen Gebieten kam. Der Autor spricht von demographischen Entleerungen (S. 147). Insgesamt sind mehr subsaharische Afrikaner in die Kernländer des Islam verschleppt worden als über den Atlantik.
Eine andere Rolle spielte Europa, das zwar im frühen Mittelalter schon als Durchzugsgebiet für Sklaventransporte diente, zum Teil auch als Lieferzone: die Wikinger versklavten die Besiegten, die Ungarneinfälle dienten auch der Sklavenjagd. Durch die politische Stabilisierung im 10. Jh. konnte sich Europa gegen die islamische Invasion stärken und wurde so nicht zu einer Lieferzone wie Afrika.
Eine besondere Rolle spielte Amerika. Nicht die Spanier brachten die Sklaverei dorthin, beispielsweise hatten auch die Azteken Sklaven. Die nach Amerika verschifften schwarzen Sklaven wurden nicht von europäischen Sklavenjägern gefangen, sondern von Afrikanern. Diese Afrikaner verkauften die Sklaven in Afrika an die Europäer und bestimmten Preise und Bedingungen!
Amerika gilt als Sonderfall, weil die europäischen Staaten, die in Europa keine Sklaverei ausübten, in Amerika darauf ihre Wirtschaft aufbauten. Der Autor geht auf Debatten zur transatlantischen Sklaverei ein. Und er behauptet, dass der Abolitionismus allein auf die Aktivitäten protestantischer Minoritäten zurückzuführen sei (S. 200) und negiert jegliches ökonomisches Interesse bei dieser Frage. Aber lässt sich der Amerikanische Bürgerkrieg allein als Krieg zur Befreiung Anderer erklären? Ohne jegliche politische und ökonomische Interessen? Hier besteht noch Diskussionsbedarf, ebenso wie bei der Darstellung der Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien: Flaig stellt diese als Befreier Afrikas von der Sklaverei dar: "...schuldete sich dem politischen Willen, zugunsten eines universalen Prinzips zu intervenieren." (S. 211). Das würde heißen, die Kolonisierung der Engländer und Franzosen erfolgte nur, weil man so gut war und die Sklaverei abschaffen wollte! So sind dann die antikolonialen Befreiungskriege gegen die Europäer durch die moslemischen Warlords, die sich ihre wichtigste soziale Institution nicht zerstören lassen wollten, ganz anders zu bewerten als bisher? Laut Flaig hat der Kolonialismus Afrika neue Wege aufgezeigt und die Sklaverei beendet (S. 214). Das ist sicher ein wichtiger Aspekt, aber die Kolonialisierung auf diesen einen Aspekt zu fokussieren ist nicht legitim!
Positiv kann man Flaigs kritische Betrachtungen zur heutigen Zeit werten. So kritisiert er, dass zum Beispiel mit einem Denkmal in Wydah (Benin) nur der nach Amerika verschleppten Sklaven gedacht wird und nicht der zahlenmäßig stärkeren Gruppe, die in die islamische Welt verkauft wurde. Auch begründet Flaig, warum beispielsweise der Sudan nicht Reparationen vom Westen verlangen darf - dann dürfte auch Indien Forderungen an Afghanistan stellen usw. Allerdings werden diese Aspekte nur angerissen und hätten eine umfangreichere Bewertung verdient gehabt.
Wie aktuell die Problematik heute ist, zeigen die Warlords in Afrika, die Kindersklaven in den Krieg schicken.
Fakt ist, dass sich über so einige Stellen in diesem Buch heftig diskutieren lässt, man wird nicht immer derselben Meinung sein wie der Autor. Aber das ist ganz gut so, immerhin bietet Flaig eine Menge Ansatzpunkte, um einmal selbst über dieses Thema nachzudenken.
(Vorabrezension aus Amerindian Research)
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Egon Flaig 0 28.12.2011
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