Wie man Enzyklopädien schreibt, zeigt Hardy Grüne schon seit Jahren. Nachschlagewerke gab er u.a. über den kompletten deutschen Ligafußball heraus (in 7 Bänden), über die Fußball-Weltmeisterschaften oder über alle Fußballvereine, die in Europa mal irgendwo erstklassig spielten. Nebenbei verfasste er unzählige andere Bücher, allesamt sorgfältig recherchiert und flüssig lesbar. Nicht zu Unrecht wurde er von der FAZ einst als ~Gedächtnis des Fußballs~ bezeichnet. Doch mit seinem neuen Werk überbietet sich Grüne selbst. Über jedes europäische und asiatische Land gibt es eine mehrseitige Fußball-Geschichte, die analog zur gesellschaftspolitischen Entwicklung abgehandelt wird. Hinzu kommen Portraits der jeweils bekanntesten Vereine und Spieler. Alles nicht übermäßig ausführlich, sondern kompakt und auf den Punkt gebracht. Das Erstaunliche ist, dass Grüne dies auch bei exotischen Ländern wie Bangladesch oder Guam spielend schafft. Zudem gibt es Erläuterungen zu ~Außenseitern~ das heißt zu den Ländern/Regionen, die keinen von der FIFA anerkannten Fußballverband haben (z.B. Vatikan, Gibraltar, Tschetschenien, Tibet, Südliche Molukken). Kritikpunkte kann ich beim besten Willen keine ausmachen. Auch die angesprochenen Statistikfehler hab ich nicht entdecken können. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass Grüne auf dem geschichtlichen Gebiet etwas schwächelt. Das kann ich nicht bestätigen. Zudem unterliegen historische Dinge oft auch Interpretationen. Für mich ist die Weltfußball-Enzyklopädie ein Buch wie aus einem Guss. Als Fußballfan, der auch nur ein wenig über den Tellerrand schaut, kommt man gar nicht dran vorbei. 2009 erscheint dann der zweite Teil mit den Kontinenten Nord- und Südamerika, Afrika und Australien. Sicherlich sind 39,90 ¤ eine Menge Geld. Mit ca. 450 hochwertigen Seiten, zahlreichen Fotos und unendlich vielen nur hier zu findenden Informationen bekommt Ihr aber einen spitzenmäßigen Gegenwert.