15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gemischte Gefühle, 30. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Weltenwandler (Taschenbuch)
Zweidrittel des Romans schildern Vorgänge, die bereits aus einem anderem Ringweltroman bekannt sind (Zusammenfassung dieser Stories in
Der Ringwelt-Zyklus: Crashlander: Abenteuer aus dem Ringweltuniversum: Bd 5). Auch wenn diese jetzt aus der Sicht eines anderen Protagonisten (Ausfaller) geschildert werden (der dort nur gelegentlich in einigen Episoden auftrat) und natürlich daher auch andere Momente enthalten, ist die Spannung in diesem Teil des Romans ziemlich auf dem Nullpunkt - schließlich weiß man teilweise ja schon genau was passiert ist. Nicht uninteressant ist dies in Teilen trotzdem; beispielsweise erfährt man die Motivation der ARM Agentin, die u.a. Beowulf Shaefer in einer Story des oa. Romans zur Flucht verholfen hat.
Lediglich der Rest des Romans, der (jetzt auch mit Ausfaller als Hauptperson) die Fortsetzung von
Die Flotte der Puppenspieler: Ein Ringwelt-Roman darstellt, ist im eigentlichen Sinn eine neue (und durchaus auch spannende) Geschichte. Leider unterscheidet sich der Erzählstil (wohl wegen des anderen Mitautors) doch erheblich vom Vorgängerband.
Es mag sein, das der Roman insgesamt interessanter erscheinen kann, wenn man nicht bereits sämtliche Romane des Ringweltuniversums kennt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Wasist nur aus der Ringwelt geworden?, 25. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Weltenwandler (Taschenbuch)
(Achtung! wer die aktuelle Trilogie von Edward Lerner noch lesen will, könnte sich durch meine Ergüsse ein wenig um den Spaß gebracht sehen. Der Konsum der folgenden Zeilen erfolgt in diesem Fall auf eigene Gefahr...)
Bin grade mit dem Band "Juggler of Worlds" durch, nachdem ich vor einiger Zeit "Fleet of Worlds" abgearbeitet hatte. Als alter Niven-Fan gehörten diese Bücher natürlich zur Pflichtlektüre.
Aber ich bin maßlos enttäuscht.
(Spätestens jetzt sollten alle aufhören, die sich nicht um den Spaß bringen lassen wollen).
Das Buch erzählt im Prinzip die Geschichte des Known Space nach, die schon in etlichen Kurzgeschichten beschrieben wurde (z.B. wie die Gezeiten eines Neutronensterns durch eine unzerstörbare GP-Hülle töten können, wie die Explosion des galaktischen Kerns entdeckt wurde oder wie die Hyperraum-Piraten in der Peripherie des Sol-Systems arbeiteten). Das ganze hie und da erweitert und mit dem Kontext aus "Fleet of Worlds" verwoben. Die Handlung ist 200 Jahre vor "Ringwelt" angesiedelt.
Leider sind es diese Erweiterungen, die mir sauer aufstoßen, verstoßen sie doch regelmäßig gegen Grundregeln aus dem Ringwelt-Universum:
General Products Hüllen sind unzerstörbar. Sie können außerdem nur von den Puppenspielern hergestellt werden, und was sie sind und wie sie funktionieren ist ein großes Mysterium (aus Sicher der Menschen). In "Fleet of Worlds" wird beschrieben, wie sie funktionieren, und es wird sogar eine zerstört. In "juggler of Worlds" werden die Dinger dann reihenweise zerstört. Komisch, dass die Hüllen 200 Jahre später, als Ringwelt spielt, nach wie vor als unzerstörbar gelten, und dass ihre Funktionsweise noch immer nicht ergründet werden konnte, wo doch die grundlegenden Prinzipien, so wie sie erklärt werden, recht primitiv sein müssen. OK, heute ist Nanotechnologie noch high-tech, aber in 500 Jahren sicher nicht mehr...
Die Outsider sind ein äußerst mächtiges und fortschrittliches Volk. Man weiß fast nichts über sie. In Juggler of Worlds lassen sie sich von einem Menschen erpressen der alle verfügbaren und allgemein zugänglichen(!) Fakten hernimmt und eins und eins zusammenzählt und damit droht, diese Infos im Known Space zu verbreiten. In den darauf folgenden Jahrhunderten soll kein anderes intelligentes Geschöpf dieselben Schlüsse ziehen können?
Vor Äonen beherrschten die Slaver die Galaxis, die Tnuctipun entwickelten ihre Technologie. Die Slaver hinterließen Arteakte in Stasis-Boxen, die heißbegehrt aber unergründlich sind. In "Juggler of Worlds" taucht nicht nur eine der äußerst seltenen Stasis-Boxen auf, nein, es handelt sich sogar um eine von den Tnuctipun deponierte, was es noch nie gegeben hat. Und zudem schaffen ein paar dahergelaufene Raumschiffpiloten es auch noch, diesen Artefakt zu ergründen und anzuwenden!
Irgendwann in den frühen Ringwelt-Romanen wurde das Einrollen und Auskeilen der Puppenspieler als toller Verteidigungsreflex erkannt. Das war damals eine großartige Erkenntnis. In den vorliegenden Büchern keilen Puppenspieler reihenweise aus, brechen sogar Kzinit(!) die Rippen und treten einem Mit-Puppenspieler den Kopf/Brustkorb ein. Komisch, dass das 200 Jahre später, auf der Ringwelt, so eine tolle, neue Erkenntnis ist...
In 500 Jahren könnte die Technologie hinreichend weit fortgeschritten sein, so dass wir sie heute nicht mehr von Magie unterscheiden können. Warum bedarf es da überhaupt des Versuchs, sie zu erklären, noch dazu mit heutigem Wissen? Das wurde bei Star-Wars besser (aber trotzdem nicht gut) gemacht: Hier wurden Geheminisse durch andere Geheimnisse erklärt, indem die "Macht" durch einen erhöhten Mediclorianer-Gehalt erklärt wird, ohne zu definieren, was "Mediclorianer" eigentlich sind.
Eine GP-Zelle ist unzerstörbar. Warum muss ich heute erklären, wie das funktioniert? Das Ringwelt-Universum funktioniert auch ohne solche Erklärungsversuche. Dass uns bekannte, grundlegende physikalische Gesetzt auch in den dort existierenden, extremen Umgebungen (Ringwelt, Rauchring) gelten, macht den Reiz aus. Da stört es nicht, dass die Ringwelt mit den Angaben des 1. Buches nicht stabil kreisen kann. Die erforderlichen Korrekturtriebwerke, die im 2. Band hinzugefügt wurden, wurden gut eingefügt und störten den ersten Band überhaupt nicht. Es stört auch nicht, dass dort GP-Hüllen unzerstörbar sind. Ganz im Gegenteil wird der Einschlag eines unzerstörbaren Objekts auf der Ringwelt und die daraus resultierenden Folgen meisterhaft beschrieben. Edward Lerner ist das leider nicht gelungen.
Mein Fazit:
Larry Niven wäre besser beraten gewesen, seinen alten Vorsätzen treu zu bleiben und keine anderen Leute in seinem Universum herumschreiben zu lassen. Bei "Building Harlekin's Moon" hat das noch gut geklappt, denn es wurde eine neue Story in ein bestehendes Universum hineingeschrieben. Bei der Ringwelt-Erweiterung ging der Schuss aber nach hinten los. Zu viele Vorhänge werden gelupft, um dahinter Trivialitäten zu entdecken, zu viele Geheimnisse werden gelüftet und durch Banalitäten ersetzt.
Dennoch werde ich mir auch den dritten Band "Destroyer of Worlds" zulegen, einfach weil ich's komplett gelesen haben will. Allerdings werde ich's wohl zweiter Hand kaufen, genauso wie den neuen Asterix-Geburtstags-Band, nachdem "Gallien in Gefahr" so eine himmelschreiende Enttäuschung war.
Eigentlich wollte ich nur 1 Stern vergeben, aber ich hasse das Buch nicht, ich mag's nur nicht, deswegen 2 Sterne.
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