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Weltempfang. Panorama internationaler Autorenlesungen
 
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Weltempfang. Panorama internationaler Autorenlesungen [Broschiert]

Thomas Böhm


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Bereits in seinem Standardwerk »Auf kurze Distanz - Die Autorenlesung: O-Töne, Geschichten, Ideen« hat Thomas Böhm die Faszination und Potentiale der Autorenlesung erörtert. In »Weltempfang« dehnt er das Thema auf die ganze Welt der Lesung aus und läßt international bekannte Autoren, Übersetzer sowie Literaturvermittler zu Wort kommen.

Klappentext

Lesungen sind eine einzigartige Möglichkeit, Erfahrung und Bildung miteinander zu verbinden, Horizonte zu erweitern und Autoren anderer Weltregionen kennenzulernen. »Weltempfang« versammelt Berichte und Ideen von international bekannten Schriftstellern, Übersetzern und Literaturvermittlern, zeigt die Hintergründe, vor denen Literatur auf anderen Kontinenten entsteht und verbreitet wird - zum besseren Verständnis der Weltliteratur der Gegenwart, als Ideenpool und Maßstab für das Gelingen von Lesungen. Mit Beiträgen u.a. von Adonis, T.C. Boyle, Marlene Streeruwitz, Kenzaburo Oe und einer Liste von Literaturfestivals weltweit.

Über den Autor

Thomas Böhm, geboren 1968, ist der jüngste Programmleiter eines deutschsprachigen Literaturhauses. Seit 1999 hat er für das Literaturhaus Köln über 700 literarische Lesungen konzipiert und organisiert. Daneben vermittelt er das Thema »Lesung« in Buchhändlerschulungen, Autoren- und Universitätsseminaren sowie mit einer Internet-Wissensbank.

Auszug aus Weltempfang. Panorama internationaler Autorenlesungen von Thomas Böhm. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

T.C. Boyle auf die Frage nach dem politischen Einfluß eines Romanciers:
»Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem Schreiben und dem öffentlichen Auftritt, anders gesagt: zwischen dem Kunstschaffen und den Fragen, die darüber gestellt werden. Ich würde meine Bücher niemals erklären. Nur soviel: Ich schreibe keine politischen Bücher, weil ich glaube, daß Literatur und Politik nicht vermischt werden dürfen, denn das schadet der Literatur. Wenn Sie meine Bücher lesen, wissen Sie aber genau, wie meine Weltsicht ist, wofür ich stehe. Wenn ich also öffentlich auftrete und es geschieht grade etwas in der Politik, das mich stört, dann beziehe ich natürlich Stellung, sage meine Meinung. So bin ich zum Beispiel in Texas kurz vor der letzten Präsidentschaftswahl aufgetreten. Die Stimmung war sehr herzlich, die Besucher mochten mich, ich unterhielt sie. Dann kamen die Publikumsfragen, auch die liefen gut, bis eine Frau fragte: 'Wen werden Sie wählen?' Ich sagte: 'Machen Sie Witze? Soll ich denjenigen wählen, der für die Rechte der Frau und den Schutz der Umwelt steht oder soll ich meine Stimme dem Typen geben, der - um mal das Thema Umfeld rauszugreifen - schlimmer ist als Attila der Hunnenkönig?' Es folgte tödliches Schweigen im Zuschauerraum, denn das waren alles Bush-Wähler. Na und? Sie haben gefragt, ich habe geantwortet. Trotzdem: Meine Lesungen sind keine politischen Veranstaltungen. Ich spreche Themen an, die ich für wichtig halte, so zum Beispiel während meiner Lesereise mit meinem Roman Ein Freund der Erde, in dem es um unseren Umgang mit der Umwelt geht. Und die Ignoranz gegenüber Fragen wie dem Treibhauseffekt und der Zerstörung der Regenwälder ist nicht auf politische Parteien beschränkt. Allgemein gesprochen geht es mir darum, den Besuchern etwas für ihr Geld zu bieten und es Ihnen in all diesen Fragen selbst zu überlassen, welche Stellung sie zu Themen beziehen, die ihnen in Kunstwerken, Theaterstücken, Büchern die Kunst vermittelt werden.«
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