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Mehr Fragen als Antworten, 24. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Weltchronik des Messens. Universalgeschichte von Maß und Zahl, Geld und Gewicht (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das die Universalgeschichte von Maß und Zahl, von Geld und Gewicht darstellen will, scheint ein vermessenes Unterfangen. Dem Thema entsprechend zuerst ein paar Zahlen: Auf 386 Seiten verteilen sich 14 Kapitel mit – zumindest vom Rezensenten – ungezählten Einträgen, die sich mit „Astronomie“ oder „Kalender“ genauso beschäftigen wie mit „Navigation“ oder „Vermessungswesen“. Das ausführliche Register verrät u. a., dass allein die Zahl Pi mit 46 Einträgen vertreten ist.
Hans-Dieter Haustein hat eine Fleißarbeit hingelegt, die durchgehend auf drei benachbarten Spalten ausgebreitet wird, die chronologisch Beispiele für „Soziales Messen“, „Technisches Messen“ und „Wissenschaftliches Messen“ auflisten. Und was man dort alles erfährt: Im Jahr 104 v. Chr. gab es eine Kalenderreform in China (bloß welcher Art?), 1228 führte Leonardo von Pisa den Bruchstrich ein (wie mögen Brüche zuvor ausgesehen haben)?, Magellan wendete 1519 zur Messung der Schiffsgeschwindigkeit erstmals das Log an (was das wohl gewesen sein mag?) und 1872 unternahm die englische Dampfkorvette „Challenger“ eine erdumspannende Forschungsreise für ozeanographische und geophysikalische Messungen (ist sie zurückgekehrt und wenn ja, mit welchen Ergebnissen?).
Die „Weltchronik des Messens“ ist reizvoll, weil sie mehr Fragen aufdeckt, als sie Antworten zu geben vermag. Doch ganz allein – wie es bei den Beispielen scheint – lässt der Autor den Leser nicht: Die Kapitel werden von verdaubar kurzen Texten eingeleitet, die jeweils Überblicke etwa zum „Zeitalter der Entdeckungen“ oder der „Eisenbahnrevolution“ geben. Wer sich auf die Suche nach weiteren Details begeben möchte, findet erste Anhaltspunkte in der zehnseitigen Literaturliste.
Bei der Fülle an Zahlen und Daten, bei einem Volumen von 1072 Kubikzentimetern und seinen fast 8 Quadratmetern beidseitig bedruckten Papiers bleibt dem Buch ein Manko: Es hat null Abbildungen.
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