John Piper stellt klar, was oft nur halb verstanden, verschleiert und hinderlich in der heutigen Missionstheologie ist.
Gleich im ersten Satz offenbart er sein Programm: Nicht Mission ist das Ziel, sondern die Anbetung Gottes. Mission gibt es nur, weil es Anbetung nicht überall gibt. Das ist solide Theologie, die Gott in den Mittelpunkt stellt und nicht Menschen.
Daher untersucht er in mehreren Kapiteln die Aufgaben und die Wirkung von Mission: Er beginnt mit Anbetung - dem Ziel der Mission. Das zweite Kapitel behandelt Gebet - der Kraft der Mission. Im dritten geht auf Leiden ein - dem Preis der Mission. Das dritte Kapitel ist einer der Höhepunkte des Buches. Gerade angesichts der häufigen Kritik durch die Medien an riskiobereiter Mission brauchen Christen eine feste biblische Grundlage, sonst lassen sie sich verunsichern.
Das vierte Kapitel behandelt theologische Streitpunkte die die Motivation für Mission dämpfen können. Das sind zum einen Themen die mit der Existenz und Ewigkeit der Hölle zu tun haben und zum anderen, ob unerreichte Völker ohne Wissen von Jesus doch gerettet werden können. Letzter Punkt hat mich letztendlich auch überzeugt, dass es in keinem anderen Heil und es keinen anderen Namen gibt, durch den Menschen gerettet werden (Apg 4,12). Die Bibel ist voll von Bestätigungen dafür - häufig hindert uns einfach unser Moralverständnis das auch anzunehmen.
So weit ich weiß, ist das fünfte Kapitel einzigartig im deutschsprachigen Bereich. Es geht darum, was das eigentliche Objekt der Mission ist. Sollen wir soviele Menschen wie möglich zu Jesus führen oder soviele Völker wie möglich? Häufig wird die erste Möglichkeit vertreten. Sollte jedoch die zweite die von der Bibel geforderte sein, würde dies die Prioritäten verlagern. Gerade die Bezeichnung von Deutschland als Missionsland, die Vernachlässigung des 10-40 Fensters und besonders der islamischen Welt müsste überdacht werden. John Piper belegt klar anhand umfassender Untersuchung von "tanta ethne" im neuen Testament, dass damit alle Völker, nicht alle Heiden gemeint ist. Auch macht er sehr deutlich, dass damit auch nicht politische Nationen gemeint sind, sondern Ethnien. Allein dieses Kapitl lohnt den Kauf des Buches und sollte von allen Missionsleitern und -verantwortlichen gelesen werden. Viele falsch gesetzte Prioritäten würden damit korrigiert werden.
Er schließt das Buch mit einem Kapitel über die Wichtigkeit von richtigen Motiven für Mission (basierend auf der Theologie Jonathan Edwards') und einem weiteren über die vielfältigen Ausprägungsmöglichkeiten von Anbetung.
Wie immer schreibt John Piper spannend, theologisch tief und herausfordernd. Nicht umsonst ist die englische Originalausgabe knapp 200.000 Mal verkauft worden. Ob man nun an der Mission interessiert ist oder nicht - dieses Buch hat viele wichtige Impulse, die unser Verständnis von Gott ganz neu definieren können. Denn darum geht es: Um die Majestät und Erhabenheit Gottes in allen Dingen - gerade auch in der Mission.