Dieses Buch ist ein ganz furchtbares. Es ist platt, es ist fad, es ist schal. Es ist tausend mal gesagt, nur tausend mal besser, auch vor 1966 schon.
Es handelt von Laurence, einer Werbegrafikerin und –texterin, die von der Erschaffung der im Titel genannten schönen Bilder sehr gut lebt. Nichts fehlt ihr an Sozialem und Materiellem. Sie hat einen ebenfalls (erfolg-)reichen Ehemann, zwei Töchter und den in diesen Kreisen obligatorischen langjährigen Geliebten, von dem jeder weiß, außer der Ehemann. Der Geliebte geht ihr zwar allmählich auf die Nerven, aber sie schafft es (zumindest nicht bis zur Mitte des Buches, denn nur soweit konnte ich durchhalten) nicht sich von ihm zu trennen.
Sie lebt gefühllos, abgestumpft vor sich hin, liebt ihren Vater abgöttisch, verehrt ihn beinahe gottgleich, ist jedoch nicht in der Lage, ihm zuzuhören, genauso wenig wie sie in der Lage ist, den Schmerz eines Beethovenstückes mitzuempfinden.
Erst durch den Eintritt einer mutterlosen, finanziell minderbemittelten Freundin (!) ihrer elf-jährigen Tochter beginnt sich ihr Bewusstsein zu ändern. Ihre Tochter weint nachts im Bett; erst nach ungewöhnlich langem und wiederholtem Fragen rückt sie mit der existentiellen Frage „Warum ist man auf der Welt“ und was, wenn sie selbst nicht wäre, was wenn ihre Eltern nicht wären heraus. Der Mutter fällt nur die banale Lüge ein, man sei auf der Welt, um andere glücklich zu machen. Auf den Einwand der Tochter, was denn mit all den unglücklichen Menschen auf der Welt sei, kann sie nur entgegnen, wer denn bitte unglücklich sei. Sollte sie so jemanden kennen, solle sie ihr den Namen sagen, man können „mit allem möglichen helfen, Geld geben und so.“. An diesem Punkt wird die Protagonisten als derart interessiert entlarvt, dass alles weitere uninteressant, nicht lesenswert sein muss und ist.
Darunter leidet das Buch; doch nicht nur darunter, es leidet unter noch viel mehr.
Darunter fallen die zahllosen intellektuellen Floskeln. Natürlich, so mag man entgegnen, soll dies zeigen, in welcher Gesellschaft man sich befindet.
Besonders anstrengend ist der Erzählstil und die Perspektive. Vornehmlich hat man es mit einem persönlichen Erzähler zu tun und dem entsprechend vielen Versuchen einen „Bewusstseinsstrom“ zu erzeugen. Es ist jedoch nicht vorstellbar, dass sich selbst ein noch so pseudo-intellektueller Mensch in derart pseudo-intellektuellen Phrasen „denkt“. Noch viel schwieriger nach zu vollziehen ist das wiederholte Einbrechen eines „Ich-Erzählers“: vermutlich soll dies ein Dämmern des „wahren Ich“, des verborgenen Ich zeigen.
Zu den absolut widerwärtigen Dingen zählt auch das pausenlose Erzählen anstelle eines anspruchsvolleren Zeigens. Vermutlich – da man nicht mehr vom Autor spricht und nicht vom Leser, so vom Text- soll der Text sich auf ebenso oberflächliche, distanzierte Gemüter wenden, die sonst nichts verstehen würden. Ich bezweifle, ich hoffe, dass es derartige Fälle gibt. Von der Entfremdung des Menschen von sich selbst ist jedenfalls nichts zu spüren. Sehr wohl jedoch von der Entfremdung des Menschen von dem Buch.