Olaf Schubert ist für mich ein bemerkenswerter Wortkünstler und hat mich gefesselt, seit ich seinen ersten Satz hörte. Umso mehr habe ich mich auf die Lektüre seines Buches gefreut.
Im Grunde ist das Buch eine großartige Olaf-Schubert-Nummer auf Papier - und genau hier liegt das Problem:
Eine Nummer dauert vielleicht 5, vielleicht 15 Minuten, aber niemals 249 Seiten! In diesem Buch aber wird eine einzelne Nummer bis zum Zerreissen gedehnt und gestreckt, und die leeren Stellen, die dazwischen auftauchen, werden teilweise lieblos mit Füllmaterial ausgebessert.
Und so beginnt sich ab der Mitte des Buches immer wieder der Gedanke "das hatten wir doch vorhin schon" einzuschleichen, die Querverbindungen und Gedankensprünge werden immer willkürlicher an den Haaren herbeigezogen. Natürlich tauchen auch immer wieder großartige Wortkreationen und abstruse Gedankenkonstrukte auf, alle paar Seiten kann man herzlich lachen oder zumindest schmunzeln, aber insgesamt kommt das Buch bei weitem nicht an den einmaligen Humor eines Live-Auftritts von Olaf Schubert heran.
Es ist verständlich, dass Schubert versucht, die eigene Popularität in jedem möglichen Medium zu vermarkten, aber für dieses Buch hätte man sich zumindest etwas mehr Zeit lassen sollen. Bei mir erzielte das Buch leider nicht die Wirkung "Ja, das mußte mal gesagt werden", sondern mehr "Naja, man muss ja nicht alles können."
Fazit: Auf ein zweites Buch kann die Welt gut verzichten, dann doch bitte lieber live, da ist und bleibt er großartig.