Bei einem Autounfall kommen die Eltern von Alexander ums Leben. Er selber überlebt schwer verletzt und ohne jegliches Gedächtnis. Sein Großvater reist von Bulgarien nach Deutschland, um seinem Enkel wieder zu seinen Erinnerungen zu verhelfen. Doch zunächst stößt er bei ihm auf Ablehnung, da er ihn nicht erkennt. Zunächst weiß er nicht einmal mehr seinen eigenen Namen. Doch mit Hilfe des Backgammonspiels, welches er Alexander als Kind beigebracht hat, gelingt es ihm, erste Gedächtnisbruchstücke zurück zu bringen und ihn zu überreden, sich mit ihm auf einem Tandem auf die lange Reise zurück in seine alte Heimat zu machen. Von dort ist er gemeinsam mit seinen Eltern Anfang der 80iger Jahre aus dem kommunistischen Bulgarien über Italien nach Deutschland geflohen. Damals hatte der Vater von Alexander sich geweigert, seinen eigenen Vater zu denunzieren und sah als einzigen Ausweg die Staatsflucht ohne Wiederkehr. So wird für Alexander der Trip zu seinen Wurzel auch eine Reise zurück zu seinen Erinnerungen......
Stephan Komandarev gelingt es in seinem Werk die einfühlsame Beziehung zwischen Opa und Enkel mit stimmungsvollen und tiefgründigen Bildern zu transportieren. Ein Road-Movie der etwas anderen Art. Schön, wie er das alte Spiel Backgammon in die Handlung mit einwebt. Interessant auch der Einblick in das Leben im Flüchtlingslager im Italien der 80iger-Jahre. Natürlich darf die obligatorische Liebesgeschichte auch nicht fehlen. Doch insgesamt hat mir der Film so gut gefallen, dass kleine Ausrutscher nicht ins Gewicht fallen.
Was macht es da schon, dass der Schauspieler Miki Manojlovic (Jahrgang 1950), der den Großvater verkörpert, gerade einmal 26 Jahr älter ist als Carlo Ljubek (Jahrgang 1976), der den Enkel spielt und somit schwerlich als dessen Opa durchgehen kann.