Die Chance, als Reporter in die Antarktis fahren zu dürfen, ist schon recht gering. Aber gleich ein zweites Mal hinzukönnen und auf Kosten von "National Geographic" gleich ein paar Antarktis-Stationen inkl. der Amundsen-Scott-Station am Südpol besuchen und dazu noch an einer exklusive Tour auf einer Yacht an der antarktischen Halbinsel vorbei teilnemen zu können, dieser Chance opferte Roff Smith seinen sicheren Job einer australischen Zeitung. Seine Reportage über diesen wunderschönen, lebensfeindlichen Kontinent spiegelt die tiefe Liebe des Autors zu Antarktis wieder, der schon als kleiner Junge in den bitterkalten Nächten von New Hampshire davon geträumt hat, die Eiswüsten, Berge und Küsten Antarktikas zu erkunden. Seine Berichte sind so farbenfroh und mit einem derartigen Enthusiasmus geschrieben, das man als Leser sofort das Gefühl hat selbst dabei zu sein. Besonderes Schmankerl für alle, die schon einige Reportagen über Antarktis-Stationen gelesen haben: Roff Smith trifft auf seiner Tour zu den unterschiedlichen Stationen das eine oder andere Urgestein wieder, also echte Polies, die ihr Leben als Techniker, Forscher oder Pilot seit teilweise Jahrzehnten am Südpol verbringen. Was diese Reportage noch so hervorstechend macht ist, das der Autor eine ganze Menge an Hintergrundinfos über die bürokratischen Hürden und Befindlichkeiten der einzelnen Staaten liefert, die Stationen auf dem eisigen Kontinent unterhalten. Zusammen mit den obligatorischen Fotos und der bislang informativsten Karte der Antarktis, die ich bis dato gesehen habe, sticht dieser Reisebericht aus der "Masse" der Bücher hervor. Mein Fazit: Mitzittern!