Notausgang, Flughafen, Rauchverbot. Piktogramme bereichern unsere Alltagserfahrung. Sie zeigen Gegenstände der sichtbaren Welt. Sie empfehlen, untersagen, informieren. Sie tun dies schnell und im besten Fall unmissverständlich.
Die Welt der Zeichen ist in erster Linie Handbuch für Gestalter und Architekten. Zwei Drittel des Buches sind der Ordnung von mehr als tausend Bildsymbolen nach deren Bedeutungsnähe gewidmet. Ästhetische und theoretische Fragen stehen nicht im Mittelpunkt.
Das alphabetische Register reicht von Abbrauchhaus bis Zwiebel und öffnet den direkten Zugang zu den Abbildungen. Umgekehrt lässt sich jedes gezeigte Piktogramm mühelos seiner Quelle zuordnen. Das Piktogramm Krodokodile nicht ärgern, wie auch alle anderen im Abschnitt Kurisosa gezeigten Darstellungen, kann der Leser leider nicht übers Register lokalisieren.
Das Hardcover-Buch ist durchgängig schwarzweiß gedruckt und von hoher Ausstattungsqualität. Der Gestaltungspraktiker hätte sich gewünscht, dass die Autoren auch auf Farbwirkung, Detailierungsgrad und Kontextbezug von Piktogrammen eingehen. Das ist offen gestanden ein etwas unfairer Wunsch an dieses unverzichtbare Referenzwerk. Berechtigt ist dagegen der Wunsch nach mehr Filmbeispielen auf der mitgelieferten CD-ROM. Das prächtige Riesenplakat im Format DIN A0 tröstet da nicht restlos.
Die Autoren verweisen darauf, dass solche ikonischen Zeichen im öffentlichen Raum verstärkt präsent sind: in Bahnhöfen, Flughäfen, Kongresszentren, Sportstadien, Unternehmen. Indiz dafür, dass die Verständigung mit unterschiedlichen Nationalsprachen den weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen nicht genügt. Sicher ist, dass es diese simplen grafischen Zeichen niemals mit den komplexen Ausdrucksmöglichkeiten der Schriftsprache aufnehmen können, denn dazu reichen weder Repertoire noch Verknüpfungmöglichkeiten aus. Ein grafisches Esperanto bleibt ein Ding der Unmöglichkeit.
Was aber Piktogramme tatsächlich leisten können, zeigt Die Welt der Zeichen systematisch und überzeugend.