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Welt /Raum /Reisen: Gedichte und Zeichnungen
  
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Welt /Raum /Reisen: Gedichte und Zeichnungen [Gebundene Ausgabe]

Michael Speier , Ulrike Draesner , Xago
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Gebundene Ausgabe, Mai 2007 --  

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 76 Seiten
  • Verlag: Aphaia Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3926677643
  • ISBN-13: 978-3926677648
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der in Berlin lebende und 2007 mit dem Schillerpreis ausgezeichnete Autor Michael Speier nimmt in seinem Gedichtband welt/ raum/ reisen seine Leser mit auf eine ausgedehnte lyrische Reise durch die Städte Europas und ins Ungewisse. Dabei ist er immer auf der Suche - die Ohren passen sich den Orten an, Töne wechseln und er fängt die Atmosphäre eines Raumes mit Worten und Metaphern ein. So zeigt sich die Berliner Ringbahn im taubenrauch, in der geschälten frühe (…) das fenster fliegt in die überstunde dicht bei dicht stehn wir in diesem gedicht. Anlass für seine Texte ist aber auch, was verborgen ist und unsichtbar bleibt hinter den lauschenden Ohren und halbsehenden Augen – das Ich des beobachtenden und aufmerksamen Schreibenden. Illustriert wurden die vielschichtigen lyrischen Texte mit federleichten und beschwingten Zeichnungen des Berliner Malers und Grafikers Xago, der die Reise in Worten zu einer Reise für die Augen ausweitet. Für Liebhaber von Originalen empfiehlt sich eines der Künstlerexemplare dieses wunderbaren Gedichtbandes mit einer handcolorierten und vom Künstler signierten Zeichnung von Xago. f.b.

Über den Autor

MICHAEL SPEIER geb. 1950, lebt in Berlin als Lyriker, Übersetzer und Literaturwissenschaftler. Er hat bisher sieben Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt scherbenschnitte (1999) und wüste pfade (2004), und ist in über 40 Anthologien vertreten. Er übertrug zeitgenössische Poesie aus dem Französischen, Englischen und Italienischen, ist Herausgeber mehrerer Lyrik-Anthologien sowie des Paul-Celan-Jahrbuchs. 1976 gründete er die internationale Poesiezeitschrift Park, die er bis heute herausgibt; außerdem ist er Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift PO&SIE (Paris). Nach Studium und Promotion war er bis 1989 u.a. Wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität Berlin und lehrte danach an verschiedenen Universitäten in USA und in Deutschland sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 1997 ist er Professor an der University of Cincinnati/USA. 1993-2003 war er Leiter der Reihe ‚Literaturwerkstatt’ im Künstlerhaus Berlin. Teilnahme an internationalen Lyrikfestivals u.a. in Medellín, Rosario, Belgrad, Malmö; Aufenthaltsstipendien in Deutschland, Frankreich, USA und Amsterdam; Schillerpreisträger. XAGO 1942 in Elsterwerda als ROLF X. SCHRÖDER geboren. Abitur, Studien der Literatur, Philosophie und Ästhetik in Berlin. Assistent an der Filmhochschule. 1970-1975 an der Deutschen Bauakademie. Seit 1976 freiberuflich als Maler, Grafiker, Texter; zahlreiche Buchillustrationen. 1990 zum Präsidenten des Verbandes Bildender Künstler gewählt. Seit 1991 Mitglied der fiktiven Künstlergruppe EUROPHA (EUROpäische PHAntasten). Lebt in Berlin.

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4.0 von 5 Sternen Verreiste Wörter, 28. Februar 2008
Von der tiefsten deutschen Provinz nach Berlin, über die großen alten Städte Europas bis nach Buenos Aires oder in die mexikanische Wüste führen uns die poetischen Erkundungen des Lyrikers und Weltreisenden Michael Speier. Im Dialog mit uns und einem geliebten Du ertasten seine Gedichte mit flimmernder Sprache, lässiger Wortgewalt und einer kräftigen Prise wehmütiger Ironie die Räume und Zeiten, die das lyrische Ich durchstreift. Namen für das Unbenannte finden und erfinden, sich die Welt nicht be- sondern erschreiben, die gegenseitig prägenden Zusammenhänge zwischen Reisendem und Welt in Worte fassen  das ist die Arbeit des Dichters, der uns auf diese Weise die Welt zeigt, wie wir sie auf einem Foto oder in einem Film nie zu Gesicht bekämen. So erfahren wir unter anderem von verreisten wörtern und wissenswertes über wolken (transatlantic), von vulkanischen flügen (teotihuacán) oder dem gott der gleichmut und der wolle (quasi non possidentes).

-- Speiers Sprache nimmt den Rhythmus, nimmt die Farben und Stimmungen verschiedenster Orte und Momente auf und lässt sie gewissermaßen selbst den Text formen, gewürzt mit Assoziationen und Reflexionen des Betrachters. So entsteht eine Sammlung von unterschiedlichsten Formen und, man könnte sagen: Geschmacksrichtungen. Das überrascht immer wieder neu und immer wieder tauchen Wendungen auf, die man anstreichen will, um sie sich zu merken. Mitten in der Fremde kommt man zu sich mit frischen kranzgefäßen querst du die kreuzung/ selber nichts als eine vorübergehende/ anordnung von molekülen (der himmel über meadville) und wieder emilia/ galotti nicht gesehn dafür dich (teotihuacán). Denn man begegnet sich/ aber selbst, es ist die ringbahn, der epische faden, wie es in dem herausragenden Gedicht ringbahn berlin heißt.

-- Speier gehört gewissermaßen zu den Altmeistern der Berliner Gegenwartslyrik, welt raum reisen ist, neben zahllosen Essays, Herausgaben und Übersetzungen, sein achter Gedichtband und das von ihm verlegte Lyrikmagazin Park erscheint (zuletzt im November 2007) im 29. Jahrgang. Speier macht mit seinen Gedichten, diesen sprachlichen Energiebündeln, jenen verwunschenheitszustand (ringbahn berlin) bewusst, mit dem wir durch die Welt gehen, ohne dass er jemals auf unseren Fotos, in den Zeitungen und Internetportalen sichtbar würde.

-- Die Herausforderung ist, sich verändern zu lassen. schreibt Ulrike Draesner im Vorwort zu diesem Band. Genau dies ist das Abenteuer, das Speiers Texte uns durchleben lassen. Seine souveräne Sprache verspricht Genuss und geistigen Zugewinn, aber ein bisschen Mühe machen die Gedichte schon. Wie eine Reise, von der man erschöpft, aber glücklich wiederkehrt.
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