Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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59 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Ökothriller als Lehrbuch der Klimaforschung - absolut lesenswert, 10. Dezember 2006
Krimis wollen aufklären, und zwar rätselhafte Fälle, in dem sie die Täter entlarven. Der moderne Ökotriller will nicht nur Fälle aufklären, sondern sogar noch gleich die ganze Menschheit retten, und zwar vor Meeresverschmutzung. Klimaerwärmung, Treibhauseffekt und was es sonst noch geben mag. Michael Crichton hat mit seinem Bestseller "Welt in Angst" noch einen draufgesetzt: er will nicht nur rätselhafte Vorgänge sondern die Welt auch über die aufklären, die die Welt vorgeben, aufzuklären. zu wollen, und sie in Wahrheit verdummen!
Worum geht es? Mit viel Action, knappen Dialoge, mäßiger Charakterzeichnung und schnellen Tempowechseln entwickelt der Autor die rasante Geschichte einer weltweit operierende Gruppe von Ökoterroristen, die ohne Rücksicht auf Menschenleben im Interesse einer radikal anderen Klimapolitik Eisberge in der Arktis absprengen und Raketen in den Himmel schießen wollen, um die Unwetter zu verstärken. Nützliche Idioten in diesem planetarischen Mix aus Verdummung und Verbrechen sind Hollywood-Schauspieler und Mäzene, die sich mit besten Absichten vor den Karren der scheinbar unbestreitbar bewiesene Klimaerwärmung spannen und sich hinreichend Kohle abzapfen lassen, damit diese Gruppierungen auch finanziell operieren können. Ihre Antagonisten sind der geniale Klimaforscher Professor Kenner und der junge Anwalt Peter Evans, der im Zuge der weltweiten Jagd nach den Ökoverbrechern nacheinander in der Antarktis in eine Gletscherspalte fällt, der in einem Auto auf einen Wasserfall zutreibt, von Blitzen gejagt und giftigen Octopussen attackiert wird, ohne das Zeitliche zu segnen. Es geht wacker drunter und drüber auf allen Kontinenten, ehe die Welt am Ende dann doch noch gerettet wird - und zwar vor denen, die sie eigentlich retten wollen. So weit so unterhaltsam.
Hinter dieser Handlung, über deren Wahrscheinlichkeit man sicher geteilter Meinung sein kann, aber wartet noch ein zweites, viel interessanteres Buch - und zwar ein Buch über moderne Klimaforschung, deren Einzelheiten dem Leser während des gesamten Romans immer wieder unter die Nase gerieben werden. Man lese dazu als Einleitung nur das meisterhaft komponierte Interview zwischen einem Wissenschaftlerteam und Peter Evans auf den Seiten 90-99 und an vielen anderen Stellen. Die Gletscher schmelzen? Ja aber nur an den Rändern der Antarktis und das schon seit 6000 Jahren, verursacht durch eiskalte Fallwinde- der Rest der Arktis vereist dagegen weiter (S.208) Eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise konstatiert einen parallelen Anstieg von Kohlendioxidausstoß und Klimaerwärmung über die letzten hundert Jahre. Aber in den USA beträgt diese Erwärmung im Mittel nur 0,3 Grad, außerdem ist zwischen 1940 bis 1970, in einer Zeit des weltweit gestiegenen Kohlendioxydausstoßes, in den USA sogar eine Abnahme der Durchschnittstermperaturen festzustellen (S.94). Obwohl die Steigerungsraten des Kohlendioxidausstosses auf den Tabellen einher kommen wie Steilwände, bedeuten sie lediglich, als dass in den letzten einhundert Jahren der Anteils des Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre von 0,000316% auf 0,000376% gestiegen ist.(S.380). Ist denn wenigstens der nachweisbare Anstieg der Bodentemperaturen in vielen Gegenden der Erde ein Beleg für die Klimaerwärmung? Keine Ahnung, antwortet Professor Kenner, Michael Crichtons Alter ego in dem vorliegenden Buch, aber sicher ist, dass die Bodentemperaturen immer dort steigen, wo sich Millionenstädte als "Wärmeinseln" bilden, während die durchschnittlichen Temperaturen in ländlichen Gebieten gleich bleiben oder sogar sinken (siehe Tabellen auf S. 363ff.) . Die Gletscher auf dem Kilimandscharo schmelzen? Ja, aber nicht wegen der globalen Erwärmung, sondern weil die Regenwälder zu seinen Füßen zum Teil abgeholzt wurden und damit weniger Feuchtigkeit in die Gipfelregionen steigen und dort als Schnee abregnen kann(S.416). Die Meeresspiegel steigen? Nicht nach den weltweiten Messungen seriöser Institute. Die Hurrikane nehmen zu? Wieder Fehlanzeige, die öffentliche Aufmerksamkeit nimmt zu, aber nicht die Häufigkeit er Hurrikane (Tabelle S. 417). Ja, aber selbst wenn das alles stimmt, mag man fragen, handelt es sich dann bei dem vorliegenden Buch nicht trotzdem um ein zutiefst gefährliches Buch, weil es die Widerstände gegen die ungehemmt weiter fortschreitende Umweltzerstörung hemmt? Crichton selbst, lässt einen der Protagonisten in dem vorliegenden Buch genau diese Frage stellen, und gibt auch gleich die Antwort. "Nur weil man gegen die Todesstraße ist, ist man noch lange nicht gegen Verbrechensbekämpfung"(S.419), mit anderen Worten: man kann durchaus die Umwelt lieben und schützen wollen, ohne der weltweiten betriebenen Verdummung aus Politik, Medien und Ökobewegungen auf den Leim gehen zu wollen. Das ist die Lehre aus dem vorliegenden Buch, und dafür gebe ich fünf Punkte.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Tut nicht weh, lässt sich gut weglesen, 15. Mai 2007
So ganz kann ich mich den schlechten Kritiken der anderen Rezensoren nicht anschließen. Ich habe einen flotten Thriller erwartet, der den Umweltschutzvereinen eine lange Nase zeigt und ich habe genau das bekommen. Okay, die Stereotypen im Roman sind ein bisschen platt, aber das Buch ist wie ein leichter Sommerwein: Schnell weggelesen und tut am nächsten Tag nicht weh. Ich betrachte es als Gegenroman zu "Der Schwarm" und buche es weg unter: Gar nicht soooooooooo schlecht. Auf alle Fälle gut als Urlaubs-Lektüre.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Grandiose Gedanken zum Klimawandel, aber zu wenig packende Story, 22. Mai 2007
Die Ideen zum Klimawandel sind allemal volle fünf Punkte wert. Selbst falls die Tabellen und Fußnoten bzw. die daraus in diesm Buch gezogenen Schlüsse ausgedacht sein sollten, die Art wie Crichton sie präsentiert ist allein schon Beweis genug für die Möglichkeit, daß gegenläufige (und weitverbreitete) Meinungen ohne weiteres genauso konstruiert sein könnten.
Nur leider vernachlässigt Crichton dabei die Erzählung als solche. Zuviele Charaktere, zuwenig Spannung.
Fazit: Absolut lesenswerte wissenschaftliche Gedanken, leicht zu lesen. Aber bitte keinen spannenden Roman erwarten.
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