Ich habe mir dieses Buch - ein wenig gegen die Empfehlung meines Aquaristik-Fachhändlers, der meinte es sei schwere Kost und eher etwas für Spezialisten - gekauft, um mehr über die Bedürfnisse meiner nicht eben billigen Pfleglinge (z. Zt. sturisomas und ein -im ersten Band noch nicht beschriebener- scobiancistrus) zu erfahren.
Leider passierte es mir dann, dass ich mir am ersten Tag meines kurz darauf begonnenen Urlaubs das Fußgelenk brach, was sich im Nachhinein fast schon als Glücksfall herausstellte. Habe ich doch die Zwangspause nutzten können, um den ersten (allgemeinen) Teil des Buches und die einzelnen Einleitungen zu den verschiedenen Welsarten, sowie ausgewählte Rassebesprechungen zu lesen.
Das Buch ist m. E. Pflichtlektüre für jeden Welsfan. Es bietet detailierte Beschreibungen der verschiedenen Fundorte und ihrer Gewässer einschließlich Meßwerten und leitet daraus konkrete Vorschläge für die Hälterung ab. Dabei ist es aufgrund von eingestreuten Annekdoten und Reisebeschreibungen stets gut lesbar, wenn nicht sogar spannend. Insgesamt stellt es eine wohlabgewogene Mischung aus Reisebeschreibungen, Biologie- und Aquaristikfachbuch dar, die ich nicht mehr missen möchte. Auch nach meiner Erstlesung im Zusammenhang (s. o.) hat es kaum einmal den Bücherschrank von innen gesehen, da ich es stets zur Hand liegen habe und immer wieder zu Rate ziehe.
Erwähnenswert ist schließlich die gediegene Aufmachung mit einem (Kunst-) Ledereinband und einer Vielzahl an hochwertigen Fotografien von Fischen, Fundorten und Expeditionsteilnehmern die sich wohltuend von den heute leider so üblichen Billigproduktionen abhebt.
Ich kann diesen Titel daher reinen Herzens empfehlen und warte gespannt auf die die angekündigte Fortsetzung (Band 2 weitere Welsarten, insbes. Ancistren) sowie den im Vorwort angedachten (Sonder-) Band über Panzerwelse (Corydoras, Brochis etc.).