Dieses Buch holte ich mir, da es auf Grund der Fotos einen ausgesprochen guten Eindruck auf mich machte. Dieser bestätigte sich dann auch beim Blättern und Durchlesen. Wie schon meine Vorgänger sagten, ist dieses Buch durchaus nicht beim einmaligen Lesen in allen wichtigen Details zu verstehen und zu verinnerlichen, so dass ein mehrmaliges (Nach-)Lesen unerlässlich wird.
Seit 4 Wochen gehört nun auch ein Holländischer Schäferhund in mein Leben, und natürlich probierte ich gleich diese Methode aus, da ich sehr für positive Bestärkung (Clicker-Training etc.) bin da die Hunde eindeutig wissen, was sie richtig gemacht haben und dadurch sehr freudig mit ihrem Menschen zusammenarbeiten.
Allerdings liess das Buch einige Fragen bei mir offen. So reagierte mein kleiner Holländer nicht unbedingt so, wie es in dem Buch beschrieben ist (es gibt nun mal immer verschiedene Reaktionsmöglichkeiten pro Situation, und es tritt nicht immer nur das ein, was Frau Feltmann in ihrem Buch beschrieben hat...) und dann steht man wieder da und weiß nicht genau, wie man nun reagieren soll. Auch so bin ich zwar für eine gewaltfreie und positive Erziehung, ABER es gibt immer wieder im Leben eines Hundes Situationen, in denen er Stress und begrenzter Gewalt ausgesetzt ist - so z.B. beim Tierarzt. Ein Hund MUSS es sich gefallen lassen, auch mal ruppiger angefasst zu werden, ohne dass gleich sein Vertrauen in den Menschen in die Grundfesten erschüttert wird!! Es schadet dem Hund mit Sicherheit nicht, wenn er einmal auch nach zweimaliger Aufforderung vorsichtig ins Sitz gedrückt wird oder im auf das Hinterteil getippt wird - im Gegenteil, wenn er es kennt, auch einmal solche körperlichen Hilfen zu bekommen, wird es ihn nicht mehr schocken, wenn es in einer anderen, stressigen Situation wieder auftritt. Man tut seinem Hund in unserer Welt keinen Gefallen, wenn man nur auf seine freiwillige Mitarbeit wartet und gar nichts über Stress erarbeitet. Stress ist nicht zwangsläufig negativ!!
Was schon ganz am Anfang nicht mit allen Hunderassen konform geht, ist, dass z.B. Welpen prinzipiell ihrem Menschen hinterherrennen. Wenn man z.B. einen Welpen einer sehr unabhängigen Rasse wie z.B. Windhund oder bestimmte sog. Herdenschutzhunde hat, dann muss dies noch lange nicht so wie beschrieben sein!! Die Fotos in dem Buch zeigen alle hauptsächlich Belgische oder Deutsche Schäferhunde und Dingos sowie eine Russische Husky-Hündin, also nicht unbedingt die Rassen (mit Ausnahme der Dingos) die als nicht so leicht erziehbar gelten...
Positiv ist das Kapitel über Strafen, da dieser wirklich komplizierte Sachverhalt doch einer solchen Erläuterung und Betrachtung bedarf. Durch die sehr verständliche Erklärung hat auch ein Laie keine Probleme, sich damit auseinanderzusetzen und sein Verhalten dem Hund gegenüber dementsprechend umzustellen. Allerdings sind die genannten Fehlerquellen nicht nur in diesem Buch zu finden, sondern ziehen sich quer durch sämtliche Literatur, d.h. es handelt sich sozusagen um die 08/15-Erläuterungen, die allerdings dafür wirklich sehr toll dargestellt wurden.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich mir teils eine wirklich ausführlichere Schreibweise gewünscht hätte, das Buch aber prinzipiell ohne wenn und aber empfohlen werden kann!!
Wenn sich alle zumindest zum Teil an die geschilderten Methoden hielten, wäre schon vielen Hunden sehr geholfen...