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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Solide Arbeit, aber nicht DER Knaller, 22. März 1999
Von Ein Kunde
Endlich wieder ein richtiger Krimi, dachte ich nach Lektüre des Klappentextes von "Wellenbrecher". Im Gegensatz zu den letzten beiden Romanen, "Dunkle Kammern" und "Das Echo", in denen die eigentlichen Verbrechen doch mehr als Dekoration der sonstigen Handlung und vor allem der Beziehungen der Personen untereinander dienten, stehen hier das Verbrechen, Vergewaltigung und Mord, und die Ermittlungsmethoden der Polizei im Vordergrund. Die abgedruckten Verhöre, Obduktionsergebnisse und Zeugenaussagen geben dem ganzen einen Hauch von Authentizität und nebenbei erfährt man mehr über Boote und Strömungen an der englischen Küste, als man vermutlich je wissen wollte. "Wellenbrecher" ist ein spannender Roman in bewährter Minette-Walters-Art. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, niemand ist vollkommen, alle ein bißchen zwielichtig, und besonders Dorfpolizist Nick Ingram ist so gut gelungen, daß man sich wünschen würde, mehr von ihm zu hören. Da jeder Roman von Minette Walters aber bisher in anderer Umgebung mit anderer Besetzung spielt, ist das wohl eher unwahrscheinlich. Man folgt also den Ermittlungsmethoden der Polizei, und so wie diese ihr Hauptaugenmerk auf den einen oder anderen Verdächtigen lenkt, meint man selbst auch den Täter zu erkennen. Gegen Ende war es dann aber doch überraschend, daß der Täter plötzlich ein Geständnis ablegte, und erst nach einigem Nachdenken wurden mir die Beweggründe dafür klar. Aber auch das ist ja ein Qualitätsmerkmal von Minette Walters, daß einem nicht alles vorgekaut wird, sondern auch nach Zuklappen des Buches noch genug Stoff zum Nachdenken bleibt. Die erste Hälfte des Buches, in der die einzelnen Personen entwickelt werden, habe ich innerhalb eines Tages verschlungen, die Spannung ließ dann aber in der zweiten Hälfte nach. Zwar kamen weiterhin mehr oder weniger schockierende Details zum Vorschein, die Verdächtigen verstrickten sich immer mehr in Widersprüche, die Paukenschläge, die man aus den anderen Büchern gewohnt war, blieben aber aus. Gegen Ende war die Beziehung zwischen Polizist Ingram und Zeugin Maggie Jenner interessanter als der eigentliche Mordfall. Wenn die bisherigen Bücher von Minette Walters nicht besonders hohe Erwartungen geweckt hätten, wäre meine Kritik dieses Buches sicherlich positiver ausgefallen. So würde ich aber empfehlen, auf die (preisgünstigere) Taschenbuchausgabe zu warten und bis dahin die anderen Romane der Autorin zu lesen, die doch noch eine Klasse besser sind. Meine persönlichen Favoriten : "Die Schandmaske" und "Das Eishaus".
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das Buch der Lügen, 3. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Wellenbrecher: Roman (Taschenbuch)
Flüssig und gut geschrieben ist das Buch, da kann man sich nicht beschweren. Die Handlung ist recht einfach aufgebaut. Es gibt im Grunde nur zwei Verdächtige, die beide sehr widersprüchliche Aussagen machen. Obwohl der Leser von Anfang an gespannt ist, wer von beiden es nun war, oder etwa doch ein ganz anderer, ist der Roman doch wenig mitreissend, da man im Prinzip nur die Polizisten von einer Zeugenbefragung zur nächsten begleitet, ohne daß da viel passiert. Nicht nur die Verdächtigen lügen, sondern auch die Zeugen. Ein wenig mehr Humor täte den Büchern von Minette Walters sicher auch gut. Der Versuch, um den Polizisten Nick Ingram und die Pferdepflegerin Maggie Jenner eine Nebenhandlung aufzubauen, ist nur sehr oberflächlich und liese sich in weiteren Büchern ausbauen. Wie schon in 'Das Echo' versucht die Autorin durch eingeflochtene Zwischenkapitel ihrem Roman einen Anschein von Authentizität zu verleihen. Dies sind zum Beispiel Zeugenaussagen oder psychologische und medizinische Gutachten. Das Fehlen eines Serienhelden in ihren Büchern lässt Minette Walters die Freiheit, von Werk zu Werk gänzlich neue Themen aufzugreifen und den Aufbau jedesmal anders zu gestalten. Andererseits nimmt sie sich aber dadurch die Möglichkeit, ihren Romanen durch eine durchgängige Rahmenhandlung eine gewisse Struktur zu geben. Sehr auffällig in diesem Roman allgemein die Darstellung der Frauen als Opfer der Männer: das vergewaltigte Opfer und die Pferdepflegerin, die zusammen mit ihrer Mutter von ihrem Mann betrogen wurde. Auf der anderen Seite die Männer, mit Ausnahme der Polizisten allesamt Figuren, die Probleme haben mit ihrer Sexualität, Alkohol und Drogen und es zudem mit der Wahrheit nicht sehr genau nehmen. Ungewöhnlich diese Schwarz-Weiß- Schematisierung gegenüber den bisherigen Büchern von Minette Walters. An ihre Spitzenkrimis 'Die Schandmaske' oder 'Die Bildhauerin', die mehr psychologisch aufgebaut waren, ist sie seit langem nicht mehr herangekommen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
müder Krimi, 27. Januar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wellenbrecher: Roman (Taschenbuch)
Die Story gliedert sich in zwei Teile: Auf den ersten nahezu 400 Seiten wird beschrieben, wie die Polizei im Trüben herumstochert. Auf den letzten 20 Seiten des Buches erfährt der Leser endlich, wer der Täter war, nachdem dieser plötzlich „auspackt". (Warum eigentlich?). Der Krimi enthält keine Überraschungselemente. Es ist sehr bald ziemlich klar, dass als Täter nur einer der 2 bis 3 positionierten Schurken in Frage kommt. Die Autorin glänzt auch nicht mit gediegener Recherche-Arbeit wie andere Erfolgsautoren wie z.B. Henning Mankell. Stattdessen „würzt" sie Die Handlung mit Masturbation im Freien und einem Flittchen, das mit Fäkalien herumschmiert. Die Story entwickelt sich auch nicht. Lediglich die Frage, welcher der Schurken der Oberschurke ist, treibt einen beim Lesen mehr oder weniger lustlos voran.
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