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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1998)
  • ASIN: B003ROJUA2
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Eduard von Keyserling
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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ohne allzu sehr in Eitelkeit verfallen zu wollen, kann ich doch behaupten, dass Literatur im Allgemeinen und deutsche Literatur im Besonderen zu den besseren Teilen meiner Allgemeinbildung gehört. Und dennoch war mir der Name Eduard von Keyserling als Autor kein Begriff. Ich kann demnach der Anmerkung von Jens Malte Fischer auf der Umschlagrückseite von „Wellen" nur zustimmen: „Keyserling ist der wahrscheinlich unbekannteste große deutsche Erzähler des Jahrhunderts."

Und nach der Lektüre von Keyserlings Roman „Wellen", Band 30 aus der Reihe der Süddeutschen Zeitung kann ich sagen, dass ich noch selten ein Werk eines mir unbekannten Autors gelesen habe, das mich sprachlich so begeistert hat. Keyserling beschreibt im Wesentlichen einige Tage im Leben verschiedener Personengruppen an der Kurischen Nehrung (ein Küstenlandstrich, der teilweise im heutigen Litauen, teilweise in Russland liegt). Das Aufeinandertreffen der Familien von Palikow / von Buttlär mit dem Maler Hans Grill und vor allem mit dessen Ehefrau, der hübschen Gräfin Doralice, die unlängst ihren Gatten, den Grafen Köhne eben wegen des jungen Malers verlassen und damit gegen alle Standesregeln verstoßen hatte, verursacht nicht erst mit der aufkeimenden Liebe des Verlobten eines Familienmitgliedes jede Menge Wirrungen und Irrungen.

Es ist weniger die Geschichte an sich, die fasziniert, es ist die Sprache Keyserlings und es die Weisheit, die aus der Geschichte spricht. Weisheit wird offensichtlich nicht alt, und der Roman Keyserlings aus dem Jahre 1911 ist schließlich beinahe vor einem Jahrhundert geschrieben.
Ein kurzer Dialog zwischen dem Maler Hans Grill und seiner Frau: >> Du Hans, bist du eigentlich böse?<< >>Nein, warum?<< erwiderte er. ... >> Nein, ich bin nicht böse. Warum sollte ich böse sein? Vielleicht, weil die da sich möglicherweise in dich verlieben? Das ist ihr Recht. Das ist erklärlich. Aber das kann doch an uns nicht heran. ... Nein, das wirst du nicht erleben, dass ich knurrend um dich herumgehe. Mir würde vor mir selber ekeln. Wenn du mein bist, weil ich jedem, der mir nahe kommt, die Zähne zeige oder weil ein anderer mir nicht beizeiten die Zähne gezeigt hat, dann bist du überhaupt nicht mein und ich will eine Frau, die mich liebt, und nicht eine Beute - und - ich denke, wir gehorchen reineren Gesetzen - und es ist auch gar nichts geschehen, warum sollte ich böse sein"<< Das ist vollkommen nachvollziehbar und dennoch zeigt Keyserling, dass Hansens Rechnung nicht aufgeht.

Nach einigen ein klein wenig enttäuschenden Romanen aus der SZ-Reihe ist „Wellen" ein von mir uneingeschränkt empfehlenswertes Werk, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer Schnitzlers Welt schon kennt und ahnt und immer noch zu begreifen sucht, wer sich mit Sandor Marais Büchern in deren Polarität von Leidenschaft und Vernunft und dem nie erlösten Ausweg unterhält, dem sei Eduard von Keyserling ans Herz gelegt. Habe ich bei Marai noch den Eindruck, er müsse im Nachvollzug des Schicksals seiner Protagonisten den Leser spiralförmig hingeleiten zu dem letzten Substrat des Lebens, wofür auch das Schicksal seine Zeit gebraucht hat, so verzichtet Keyserling noch mehr auf Umwege, wie sie ein Tagebuch enthüllen würde.
Seine Bücher sind schmal, sinnlich vollgesogen und reichhaltig, die Sprache zügig und auratisch dicht. Seine Protagonisten sind typologisch im Sinne C.G.Jungs weniger klar konturiert als die Marais, der allein aus dem Gegensatz der Typen eine nicht auflösbare Spannung bezieht. Die renommiertesten Stimmen auf den Covertexten reihen ihn unter die besten Psychologen der Jahrhundertwendeliteratur. "Wellen" war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, und ich habe sie mittelweile alle gelesen. Eine bereichernde Entdeckung. Die Antworten arbeiten noch in mir.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einfach schön 23. Mai 2005
Von Janie TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Keyserling verpackt eine dramatische Handlung in die schönsten Bilder. Er malt eine schöne frische Sommerstimmung, die selbst durch die tragischen Ereignisse nicht überdeckt werden kann.
Er schreibt über komplizierte psychologische Verhaltensweisen in herrlích einfacher Sprache und ohne schrecklich intellektuell klingende Schachtelsätze.
Es war eine Freude das Buch zu lesen.
Ohne die SZ hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen, so habe ich aber nun absolute Keyserling-Lese-Lust und werd mich mal umsehen, was er denn sonst noch so geschrieben hat.
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