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Wellen: Roman
 
 
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Wellen: Roman [Taschenbuch]

Eduard von Keyserling
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 2. aufl. (1. Mai 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423125500
  • ISBN-13: 978-3423125505
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,1 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Eduard von Keyserling
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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

In stimmungsvollen Bildern schildert dieser baltische Sommerroman das Schicksal völlig unterschiedlicher, sich fremder Menschen. Das Meer und die Nähe des abgelegenen Ostseebadeort verbindet sie für kurze Zeit miteinander. Am Ende bleiben außer der Kraft des Meeres nur zerstörte Träume übrig.

Der eine Ort des Geschehens ist das Haus der Generalin von Palkow. Zur Sommerfrische versammelt sie am Strand ihre Großfamilie: die Tochter „Bella“ mit ihren zwei Töchtern und dem Sohn sowie deren Ehemann. Der andere Ort ist ein kleines Fischerhaus, in dem ein äußerst exotisches Paar wohnt: Doralice, eine wunderschöne Gräfin, die ihrem alten Ehemann mit einem Maler davongelaufen ist. Mit eben diesem Hans Grill lebt die gesellschaftlich geächtete Doralice hier an dem Badeort. Doralice hat etwas gewagt, wovon 1910 viele träumten: Sie hat sich aus ihrer unglücklichen Ehe befreit, hat sich von ihrem „Maler entführen lassen“. Doch wenngleich der immer von Freiheit spricht, fühlt sie sich nicht zu Hause, unverstanden, unglücklich. Doralice ist für die Frauen eine Gefahr, für die Herren von Interesse. Obwohl ein Zusammentreffen dieser beiden Welten um jeden Preis vermieden werden soll, kommt es in der Hitze des Sommers zu folgenschweren Begegnungen.

Der „baltische Fontane“, wie von Keserling oft genannt wird, schrieb mehrere Erzählungen und Romane, „Wellen“ erschien 1910. Alle spielen im ehemaligen Herzogtum Kurland und beschäftigen sich mit der Lebenssphäre des baltischen Adels. Eduard von Keyserling (1855 bis 1918) studierte als Spross eines kurländischen Adelsgeschlechts Jura, Philosophie und Kunstgeschichte, bis er „wegen einer Unkorrektheit“ abbrechen musste. Bis 1895 verwaltete er, gesellschaftlich isoliert, die mütterlichen Güter und ging dann nach München. Er zählte hier zur Schwabinger Boheme. Bereits 1897 erkrankte er an einem Rückenmarksleiden und erblindete mit 45 Jahren. 1918 starb er in München.

Burghart Klaußner bekannt vom Fernsehen, Kino und von der Bühne liest diese gebrochene Sommeridylle. Mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen und großer Geschicklichkeit macht er das Figurenensemble lebendig: die bestimmte Generalin, die verunsicherte Doralice, Hans, der Abgeklärte und Gerechte, den verliebten Hilmar ... Seine gesprochenen Dialoge sind brillant. Klaußner interpretiert den Strand, das Meer, die Dünen, die Heide und die einfachen Menschen als die eine Kraft, er spürt aber auch die tiefer liegenden Seiten auf: die Spannung und das Schweigen zwischen dem „Liebespaar“, die Ängste und Wünsche hinter den starren Konventionen, den Wunsch nach „Tun“. Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 210 Minuten, 3 CDs. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Unter der Kultiviertheit, in der Keyserlings Figuren miteinander verkehren, lauern oft Elend und Barbarei. Dass man dies bemerkt und trotzdem die eleganten Perioden ihrer ambivalenten Sätze geniest, dies macht den Zauber dieser Geschichte aus.«
Die Rheinpfalz 31.05.2008

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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vergessener Autor wiederentdeckt, 31. Oktober 2004
Von 
Th. Leibfried (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Ohne allzu sehr in Eitelkeit verfallen zu wollen, kann ich doch behaupten, dass Literatur im Allgemeinen und deutsche Literatur im Besonderen zu den besseren Teilen meiner Allgemeinbildung gehört. Und dennoch war mir der Name Eduard von Keyserling als Autor kein Begriff. Ich kann demnach der Anmerkung von Jens Malte Fischer auf der Umschlagrückseite von „Wellen" nur zustimmen: „Keyserling ist der wahrscheinlich unbekannteste große deutsche Erzähler des Jahrhunderts."

Und nach der Lektüre von Keyserlings Roman „Wellen", Band 30 aus der Reihe der Süddeutschen Zeitung kann ich sagen, dass ich noch selten ein Werk eines mir unbekannten Autors gelesen habe, das mich sprachlich so begeistert hat. Keyserling beschreibt im Wesentlichen einige Tage im Leben verschiedener Personengruppen an der Kurischen Nehrung (ein Küstenlandstrich, der teilweise im heutigen Litauen, teilweise in Russland liegt). Das Aufeinandertreffen der Familien von Palikow / von Buttlär mit dem Maler Hans Grill und vor allem mit dessen Ehefrau, der hübschen Gräfin Doralice, die unlängst ihren Gatten, den Grafen Köhne eben wegen des jungen Malers verlassen und damit gegen alle Standesregeln verstoßen hatte, verursacht nicht erst mit der aufkeimenden Liebe des Verlobten eines Familienmitgliedes jede Menge Wirrungen und Irrungen.

Es ist weniger die Geschichte an sich, die fasziniert, es ist die Sprache Keyserlings und es die Weisheit, die aus der Geschichte spricht. Weisheit wird offensichtlich nicht alt, und der Roman Keyserlings aus dem Jahre 1911 ist schließlich beinahe vor einem Jahrhundert geschrieben.
Ein kurzer Dialog zwischen dem Maler Hans Grill und seiner Frau: >> Du Hans, bist du eigentlich böse?<< >>Nein, warum?<< erwiderte er. ... >> Nein, ich bin nicht böse. Warum sollte ich böse sein? Vielleicht, weil die da sich möglicherweise in dich verlieben? Das ist ihr Recht. Das ist erklärlich. Aber das kann doch an uns nicht heran. ... Nein, das wirst du nicht erleben, dass ich knurrend um dich herumgehe. Mir würde vor mir selber ekeln. Wenn du mein bist, weil ich jedem, der mir nahe kommt, die Zähne zeige oder weil ein anderer mir nicht beizeiten die Zähne gezeigt hat, dann bist du überhaupt nicht mein und ich will eine Frau, die mich liebt, und nicht eine Beute - und - ich denke, wir gehorchen reineren Gesetzen - und es ist auch gar nichts geschehen, warum sollte ich böse sein"<< Das ist vollkommen nachvollziehbar und dennoch zeigt Keyserling, dass Hansens Rechnung nicht aufgeht.

Nach einigen ein klein wenig enttäuschenden Romanen aus der SZ-Reihe ist „Wellen" ein von mir uneingeschränkt empfehlenswertes Werk, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein großer Psychologe der Jahrhundertwendeliteratur, 3. April 2005
Wer Schnitzlers Welt schon kennt und ahnt und immer noch zu begreifen sucht, wer sich mit Sandor Marais Büchern in deren Polarität von Leidenschaft und Vernunft und dem nie erlösten Ausweg unterhält, dem sei Eduard von Keyserling ans Herz gelegt. Habe ich bei Marai noch den Eindruck, er müsse im Nachvollzug des Schicksals seiner Protagonisten den Leser spiralförmig hingeleiten zu dem letzten Substrat des Lebens, wofür auch das Schicksal seine Zeit gebraucht hat, so verzichtet Keyserling noch mehr auf Umwege, wie sie ein Tagebuch enthüllen würde.
Seine Bücher sind schmal, sinnlich vollgesogen und reichhaltig, die Sprache zügig und auratisch dicht. Seine Protagonisten sind typologisch im Sinne C.G.Jungs weniger klar konturiert als die Marais, der allein aus dem Gegensatz der Typen eine nicht auflösbare Spannung bezieht. Die renommiertesten Stimmen auf den Covertexten reihen ihn unter die besten Psychologen der Jahrhundertwendeliteratur. "Wellen" war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, und ich habe sie mittelweile alle gelesen. Eine bereichernde Entdeckung. Die Antworten arbeiten noch in mir.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einfach schön, 23. Mai 2005
Von 
Janie (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Keyserling verpackt eine dramatische Handlung in die schönsten Bilder. Er malt eine schöne frische Sommerstimmung, die selbst durch die tragischen Ereignisse nicht überdeckt werden kann.
Er schreibt über komplizierte psychologische Verhaltensweisen in herrlích einfacher Sprache und ohne schrecklich intellektuell klingende Schachtelsätze.
Es war eine Freude das Buch zu lesen.
Ohne die SZ hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen, so habe ich aber nun absolute Keyserling-Lese-Lust und werd mich mal umsehen, was er denn sonst noch so geschrieben hat.
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