Vorab vielleicht der Hinweis, dass es sich hierbei um den inzwischen dritten Teil der Thursday Next Serie von Jasper Fforde handelt. Wenngleich die Bücher in sich abgeschlossen sind, so fließt ein großer Teil der Story über die Bände hinweg. Den Einstieg nicht bei Band eins ("Der Fall Jane Eyre"/"The Eyre Affair") zu suchen dürfte daher sehr schwierig und jedenfalls frustrierend werden.
Wenn Sie also hier weiterlesen, so kennen Sie wahrscheinlich den ersten und den zweiten Band und ich kann mich auf dieses Buch konzentrieren ohne Background zu geben. Im Unterschied zu den ersten beiden Bänden spielt dieser Band praktisch ausschließlich in der Welt der Fiktion. Hier an der Quelle der Literaturentstehung macht der Leser jetzt erstaunliche Entdeckungen darüber was in "Wirklichkeit" in den Büchern vorgeht. Hier liegen die Bücher im Wettstreit den "Buchoscar" zu gewinnen. Figuren werden neu geschaffen und entwickeln sich um in neuen Werken eingesetzt werden zu können. Unfertige und unveröffentlichte Romane werden durch deren Protagonisten vorangetrieben um nicht im Textsee aufgelöst zu werden, dazu sind auch am Schwarzmarkt beschaffte Plots aus anderen Büchern ein Mittel der Wahl. Fforde erschafft eine völlig neue Welt, die er in vielen Details erzählt. Die Story dieses Romans ist an sich relativ dünn, da viel Zeit auf Beschreibungen aufgeht. Diese Beschreibungen jedoch sind in zahlreiche interessante und vor allem witzige Nebengeschichten verpackt. Der zentrale Plot handelt vom Versuch ein neues Buchbetriebssystem zu veröffentlichen, dahinter jedoch steckt mehr als eine Verbesserung. Vielmehr versucht ein kleiner Kreis mit dem neuen System Macht und Einfluss an sich zu reißen. Thursday mittlerweile in Diensten der Literaturpolizei JurisFiction ist wieder gefordert die Welt zu retten.
Sprachlich knüpft das Werk direkt an seine Vorgänger an und kann daher durchaus als gelungen bezeichnet werden. Die vielen kleinen Anspielungen auf andere Bücher finden sich ebenfalls wieder und sind weiterhin das Salz in der Suppe.
Meine Empfehlung: Wer die ersten beiden Bände gemocht hat, kann sich zuversichtlich auch den Dritten Band vornehmen. Sind Ihnen im Verlauf der ersten beiden Bände Zweifel gekommen ob das wirklich "Ihre" Art von Literatur ist, dann werden diese Zweifel während des Lesens dieses Romans weiter anwachsen.