Welcome To My DNA, das dritte Blackfield-Album macht es einem nicht leicht. Partiell ist in den 11 neuen Songs alles vorhanden, was die Vorgängeralben Blackfield und Blackfield II so erfolgreich machte. Große Melodiebögen, herzerweichende Refrains, fast perfekte zwei- und mehrstimmige Vocals, schmachtende Sologitarren (On The Plane), perlende Pianolinien (Dissolving With The Night) und puristisch schöne Akustikgitarren (Far Away).
Dennoch ist Welcome To My DNA anders, schwieriger, weniger zugänglich. Die Songs sind zwar gewohnt kurz (2:48 bis 5:06), aber weniger eingängig als auf den Vorgängeralben. Das liegt vor Allem an ihrer Vielschichtigkeit.
Hauptmelodien und -instrumentierungen werden oft absichtlich durch Harmonie- und Instrumentierungswechsel unterbrochen (Glasshouse), streckenweise macht sich anspruchsvolles Spät-Beatles-Flair breit, das in symphonischen Instrumentalstrecken endet (Dissolving With The Night) und ein traumhaft schönes, Hammondorgel unterlegtes Zigota endet abrupt in einem ordentlich krachigen Progrockfinale.
Auch das düster melodische, zum Ende hin symphonische Go To Hell (der Text besteht aus den drei Sätzen F... you, Go to hell und I don't care anymore - erstaunlich wie nett das hier klingt) und das teils ordentlich rockende und dabei ethnisch-folkloristische Blood entsprechen nicht so ganz dem, was Blackfield bis dato ausmachte.
Aber ist das schlecht? Mitnichten. Welcome To My DNA ist ein fantastisches Album geworden, das bei aller balladedesken Schönheit und mitsingbaren Refrains auch Ecken und Kanten hat. Das Album zeigt bei jedem Hören neue Facetten und bleibt dennoch erkennbar Blackfield. Bin gespannt auf das Konzert.
14.04.11: Das Konzert im Berliner Columbia Club war - wie heißt es so schön - erste Liga. Wilson und Geffen demonstrierten Spielfreude pur. Das neue Album fügte sich hervorragend ein und kam live noch besser rüber als in der Studiovariante. Erstaunlich auch, wie rockig die Band streckenweise zur Sache ging. Kurzum: Klasse Album, klasse Band.