Der 17jährige Kurde Bilal muß als illegaler Einwanderer Frankreich verlassen und will 30 Kilometer durch den Ärmelkanal nach England schwimmen, weil dies der einzige Weg zu sein scheint, seine dort lebende Freundin wiederzutreffen. Der ehemalige Schwimm-Champion Simon, der jetzt in einem Hallenbad arbeitet, will ihm das wegen zu hohem Risiko ausreden. Da der Junge nicht aufgibt, gibt Simon ihm schließlich widerwillig Schwimm-Unterricht. Damit droht Simon Gefängnis: wer Illegalen hilft, wird in Frankreich wie zu Kriegszeiten mit Haftstrafen bedroht (Dieses Gesetz wurde erst vor wenigen Monaten - nicht zuletzt durch diesen Film! - geändert). Doch das schreckt Simon nicht; anders als seine Ex-Frau, die zwar herumtönt, als im Supermarkt Ausländern der Zutritt verwehrt wird, aber kneift, wenn's drauf ankommt.
Was sich im ersten Moment wie ein gutgemeinter politischer Thriller anhört, ist vor allem ein starker und stimmiger Film um die Annäherung zweier unterschiedlicher Charaktere, wobei der versierte Schauspieler VINCENT LINDON (Simon) und der Laiendarsteller FIRAT AYVERDI (Bilal) gleichermaßen zu überzeugen wissen.
Regisseur PHILIPPE LIORET konnte bereits mit seinem vorhergehenden Film "Keine Sorge, mir geht's gut" punkten. Hier übertrifft er sich selbst und liefert uns einen der besten und beeindruckendsten Filme der letzten Jahre.
Die außergewöhnliche Musik von Komponist NICOLA PIOVANI (Oscar für Benignis "Das Leben ist schön") gibt den letzten i-Punkt und läßt diesen Film endgültig aus dem Gros der Filme abheben.
Die DVD enthält mehrere Sprachfassungen:
a) die Kinofassung (französische Dialoge sind deutsch synchronisiert, kurdische und englische Dialoge sind OmU),
b) eine komplett deutsche Synchronisation,
c) die mehrsprachige Originalfassung mit dt.Untertiteln, die stimmungsmäßig nochmal eine Steigerung darstellt.
Alle 3 Fassungen liegen in den Tonformaten 2.0 und 5.1 vor, so daß es insgesamt 6 Tonspuren gibt.
Ein Making Of mit Statements von Regisseur, Darstellern, Kameramann und Produzent gibt's auch, was allerdings nicht sonderlich ergiebig ist, da der Film wie jedes Meisterwerk vor allem für sich selbst spricht und keine Kommentare braucht.
Fazit: Für jeden, dem glaubwürdige Charaktere wichtiger sind als Hollywood-Gehirn-Akrobatik beim Drehbuch (oder Schlimmeres!), ist dies DER Film, den man auf keinen Fall verpassen sollte.