die mich wieder einmal satt und glücklich macht und meine Nachbarn zum Sturmklingeln auffordern sollte, denn Meat-Loaf-Sessions laufen bei mir natürlich nicht duckmäuserisch und leise ab.
Da hilft es auch nichts wenn ich artig - Welcome - an der Wohnungstür sage ; das Walzwerk Meat in adäquater Lautstärke betört nicht jeden.
Mich dafür um so mehr, obwohl dieses Teil hier meiner Meinung nach nicht ganz in die gewaltigen Prankenabdrücke
der Batology hineinstapfen kann.
Los geht es aber mit einem freudigen Einsteiger, gleich mal aufdrehen und Spass haben an - WHEN THE RUBBER MEETS THE ROAD - (Paul Jacobs) , schön rockig, flotte guitars, Meat is back...
Diane Warren liefert den nächsten Song, natürlich eine pathetische Ballade, die es fast mit - I D DO EVERYTHING
FOR LOVE - aufnehmen kann, in gewohnter Inbrunst bringt Meat - I D LIE FOR YOU - herz- und hirnschmelzend an
den Mann - die Frau, das gehört einfach zu Meat Loaf, schöner vertonter Groschenroman , I like it ...
Musical-dramaturgisch, schwer und drastisch - ORIGINAL SIN -, unverkennbar Jim Steinman, Meat und Chor tenoren um die Wette, man sollte bordeauxrote Samtvorhänge an s Fenster drapieren und fünfarmige Kerzenleuchter aufstellen...
Mit einem heissen furiosen Highschool-Teil fährt der Lederjacken-Lohengrin mit - RUNNIN FOR THE RED LIGHT - auf,
lehnt etwas an - PARADISE BY THE DASHBOARD LIGHT - an, gut, gut, gut ...
Und wieder grüsst der Bombast von Jim Steinman bei - LEFT IN THE DARK- , eine 7-minütige heroische Story ,
durch die sich der sympathische Rockmops schwelgt, zärtelt und schmettert, auch wieder schöööön ...
Meat bleibt balladig bei - NOT A DRY EYE IN THE HOUSE -, könnte vom Stil auch ein Ding von Bon Jovi sein,
wer die mag, mag auch diesen Song, Diane Warren war wieder einmal die Verfasserin...
Und endlich , die Boxen zum Vibrieren bringen, ich fänd s geil wenn jetzt mal der Putz bröckeln würde, wurde doch
- AMNESTY IS GRANTED - von Sammy Hagar geschrieben, satter Rocksound, treibende Hardrock-gitarren, aber zum Mauern-
einstürzen zu melodisch, zu solide, aber headbanging lässt sich nicht vermeiden...,man möchte weiter rocken...
Aber schon versorgt uns wieder Diane Warren mit Schmusigkeit, im Duett beim Stück - IF THIS IS THE LAST KISS -,
okay, dann lieben und schmachten wir halt wieder, Meat ist ja auch kuschlig...
Das hat wohl Tom Waits auch so gesehen, legt er Meat doch - MARTHA- an s Ochsenherz, leise poetische Romantik,
und wieder überzeugt Meat mit Leidenschaft...
erspart aber mit dem Goodbye - WHERE ANGELS SING- das Warten auf eine richtig krachende Nummer auf dieser Scheibe,
bei diesem zartfühlenden hymnischen letzten Liebchen müssen sich meine Nachbarn wirklich nicht ducken, diese
Meat-Loaf-Session ist hier äusserst gediegen und Trommelfell-verschonend abgelaufen...
Aber wenn ich jetzt gleich BAT II einlege , lösen sich doch noch die Tapeten im Hausflur gegenüber...
Vier ganz fette Hackbratenscheiben für dieses Meat-Machwerk, fast wären es fünf geworden, aus Sympathie für
den pompösen Dramaturgen hätt ich beinahe noch eine draufgelegt...