Kann mich meinem Vorredner nicht ganz anschließen. Ja, das Buch scheint gut recherchiert zu sein, und leicht zu lesen (flott geschrieben) ist es auch.
Allerdings beschäftigt es sich fast ausschließlich mit der Flugschule Huffmann Aviation und deren Eigentümern Dekkers und Kruithoff, sowie deren Hintermännern.
Über den Terroristen Atta erfährt man enthüllendes über seinen Lebenswandel in Florida (Alkohol, Drogen, Frauen) und Spekulationen (Pilotenlizenzen, Militärpilot, Saudi Royal Family oder doch nicht?), sowie, dass er länger in Florida war als bekannt. Das war's.
Gebetsmühlenartig wird behauptet, das FBI würde Zeugen verschwinden lassen, einschüchtern und zum Schweigen verdonnern. Worüber, wird aber nicht ganz deutlich. Zwar können diese laut Aussage des Autors den Lebenswandel und den längeren Aufenthalt Attas bezeugen, aber die ganzen anderen Dinge die Hopsicker "enthüllt", Mafia, CIA, Drogenkartelle, Scheinfirmen, die alle angeblich hinter der Flugschule stecken, wussten diese Zeugen wohl nicht (Taxifahrer, Freundin, Restaurantbesitzer, Kellner).
Die eigentliche Frage: WARUM vertuscht das FBI denn angeblich alles, wird nicht erklärt. Wer denn nun aus welchem Motiv genau hinter 9/11 steckt erfahren wir auch nicht. Warum Atta, der ja nach Darstellung des Buches ein Playboy ersten Grades war diese Tat beging, die ja dann so gar nicht zu ihm passt, kommt auch nicht rüber.
In einem Update toppt sich dann Hopsicker selbst indem er noch zwei Kapitel dranhängt, in denen er dann die Russemafia auch noch ins Boot holt, die dann irgendeinen Regierungsangehörigen der Ukraine mit einem fingierten CoPiloten umbringen lassen will. Was das Ganze mit 9/11 zu tun hat weiss ich auch nicht. Auch dass Hopsicker dann seine Erkenntnisse gerne selbst als Scoop (Nachrichtentechnische Sensation) bezeichnet macht die Sache nicht besser.
Hinzu kommen ständige Wiederholungen einzelner Passagen in Folgekapiteln, die den Aufmerksamen Leser manchmal nerven dürften.
Es mag ja sein, dass diese Flugschulen im Sumpf des Verbrechens lebten, dass das FBI diese Hintergründe nicht publiziert. Aber wenn man all diese Enthüllungen macht, sollte man auch erklären warum denn nun soviele Araber, Deutsche und Schweizer laut des Autors plötzlich an dieser Schule verkehrten, und was das Ganze denn nun konkret mit 9/11 zu tun hat. Wenn ich ein Buch nach Atta betitele, sollte es mehr Informationen und Recherche über diese Person enthalten und sich nicht ausschließlich auf den Betrieb und die Finanzierung einer merkwürdigen Flugschule beschränken.
Alles in allem, nett zu lesen, sicherlich mit viel Aufwand recherchiert aber für mich irgendwie unvollständig und nicht zu Ende geführt.