Ich bin begeistert. Seit über einem Jahrzehnt begleiten Vader nun mein junges Leben und zu keinem Zeitpunkt haben sie wirklich enttäuscht. Sowohl "The Beast" wie auch "Necropolis" waren für mich oberes Mittelmaß, während "Revelations" und "Impressions in Blood" mich jeweils völlig weggefegt haben.
Maß aller Dinge war bisher jedoch für mich immer "Litany"; dies ändert sich nun mit der Veröffentlichung von "Welcome To The Morbid Reich".
Vader klingen hier spürbar vertrackter als auf Vorgängeralben; die Anzahl an Gitarrensolos ist merklich angestiegen und auch die Songstrukturen sind versierter. Umso bemerkenswerter ist der wahnsinnige Groove der das Album durchzieht, und zwar in allen Geschwindigkeiten, von langsamen Nackenbrechern ("I Am Who Feasts On Your Soul") bis hin zu der ultraschnellen Neuaufnahme von "Decapitated Saints".
Der Albentitel, wie auch eben angesprochene Neuaufnahme, mögen suggerieren, Vader hätten ein paar Schritte zurückgemacht, um dem Sound ihres Frühwerks zu frönen. Doch ich finde, dem ist nicht so: Vader gehen eindeutig vorwärts, das einzige das sie gekonnt aus alter Zeit eingefangen haben ist der unverkennbare Vibe ihrer Alben der frühen Neunziger. Unterm Strich ergibt das ein Album, das alle Stärken Vaders vereint und absolut niemanden unglücklich zurücklassen dürfte.
Die Digipack Version sieht schniek aus, die beiden Bonustracks lohnen sich allerdings nur bedingt - ich möchte es dennoch nicht gegen eine normale Jewelcase-Version eintauschen.
Ob dieses Album besser ist als Litany, weiß ich noch nicht, das wird die Langzeitwirkung erst noch zeigen müssen. Doch noch nie hat es einen derart gefährlichen Anwärter für den Thron gegeben.