Jetzt geht's los. Nachdem bei den letzten Alben der Dandy Warhols die Gitarren aus jeder Pore der Musik krochen, nun ein Album mit Hip Hop Beats und 80er Jahre-Synthesizern.
Willkommen im Affenhaus. Was gibt's zur Begrüßung? Eine Banane mit Reißverschluß. Doppelter Verweis auf Popkultur. Dann mal her damit. Mitproduziert von Nick Rhodes(Duran Duran-Keyboarder), teilweise mitgeschrieben von Evan Dando und David Bowie. Inspiriert von Dr. Dre und OutKast. Viele Köche verderben den Brei? Mal hören.
„Welcome To The Monkey House" erweitert das musikalische Spektrum der Dandy Warhols um sagen wir mal mindestens 60 Prozent. Der gleichnamige erste Track beginnt mit nöliger Stimme und kratzender Gitarre. Mehr nicht. Da erwartet man noch den großen Knall, die überlebensgroße Gitarrenwand nach 1:30. „Come on, come on! You Monkeys!" Aber was bekommt man? Scratching, Keyboards und - ja doch - ein paar Gitarrenriffe im Refrain: „We used to be friends" - formidable Vorabsingle des Albums. Sie sind noch da, die Gitarren. Aber leiser, im Hintergrund, nicht mehr so süffig, so überall wie auf „13 Tales From Urban Bohemia". Und - gleich mal mit angefügt - es gibt auch kein zweites „Bohemian Like You". Trotzdem mindestens eine ganze Hand voll eingängiger Melodien in verführerischen Gewändern.
Im dritten Song offenbaren die Dandy Warhols ihren „Plan A". Der besteht aus einer mantramäßig dahingemurmelten Zeile „All of us sing about it" und darin, dass Courtney Taylor-Taylor seine Stimme um eine Oktave nach oben schraubt, dabei jedoch bei weitem nicht so klingt, wie wenn man versucht, wie eine Frau zu singen. Das passiert im Laufe des Albums noch einige mal. Bringt ein bisschen Soul, ein bisschen funkieness.
„The Dope(Wounderful You" bringt dann zu ersten mal die etwas tieferen Beats, die dominanten Baßläufe, die gut die Hälfte von "Welcome To The Monkeyhouse" ausmachen. Das erinnert ein bisschen an Michael Jackson, auf den im ersten Song auch angespielt wird. „I Am A Scientist" verbindet Hip Hop-Grundstrukturen mit 70s-Glamrock-Attitüde. Co-written by David Bowie. Überall hauchen und stöhnen oder schreien Stimmen kurze Begeisterungsschreien: „Ah" oder „Huh".
Dann die besten Songs. „The Dandy Warhols Love Everyone", wieder mit vorgemachter Falsett und betörender Mitwipp-Melodie. „Insincere Because I" verliert sich ein wenig in seinen Keyboard-Flächen. Aber dann: „You Were The Last High". Definitiv die nächste Single und der beste 80er Jahre-Song des noch jungen Jahrtausends. Klingt nach Duran Duran, nach Lightning Seeds und ist so charmant einlullend - darum definitiv ein Hit. Und fast gitarrenlos.
Da vereinen die Dandy Warhols also mal eben drei Jahrzehnte auf „Welcome To The Monkeyhouse". 70er Jahre Rockattitüde plus 80er Keyboard-Geschwurbel plus aktuelle Hip Hop-Beats. Das alles funktioniert. Eine gefällige Sommerplatte mit Mitpfeifanreizen und erhöhtem Suchtpotential. Fluffig, wenn man das sagen darf.