Doyle Bramhall II. wandelt auf Solopfaden. Gemeinsam mit seiner Band Smokestack zeigt er auch abseits seiner Arbeit als Sidekick von Eric Clapton sein Können. Der eingängige Opener „Green Light Girl“ im Stile von Lenny Kravitz gaukelt mit seiner rockigen Art dabei aber eine musikalische Richtung vor, die das Album im Folgenden nicht einschlägt.
Vielmehr präsentiert Bramhall im weiteren elf Titel, die teilweise mit schwer verdaubarer Bluesrock-Kost aufwarten. Da verwundert es kaum, dass die Smokestack Songs teilweise etwas unentschlossen wirken – irgendwie unfertig und nicht straight geradeaus. Dies ist aber auch gleichzeitig der größte Pluspunkt dieses ansonsten wenig aus der Masse guter Bluesmusik herausstechenden Albums. Bramhall macht einfach „sein Ding“ und ist dabei mit seinen kauzigen Songs nicht nur in der Länge der Titel kompromisslos (nur der erste Track beschränkt sich auf moderate 3 Minuten – der Rest der Stücke unterhält den Hörer mit 4,5 bis 8,5 Minuten). Vielmehr findet sich in den langen Stücken zahlreiche Melodien und Riffs, die hängen bleiben. Dadurch gelingt es Bramhall mit seinen Songs den Spagat zwischen Lenny Kravitz und Jimmy Hendrix zu bewältigen und dennoch jedem Titel seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Alles in allem also durchaus ein empfehlenswerter Tonträger, der aber erst nach mehrfachem Hören seine Qualität preisgibt.
Anspieltipps:
1. Green Light Girl
2. Problem Child
12. Cry