Guten morgen Amazon, diese CD heißt "WelLcome to Bavaria" - zwar nicht sehr originell, aber nach dem Nachnamen der drei Brüder der Biermösl Blosn, Christian, Michael und Hans Well. Das wäre aber schon alles, was ich an der besten CD der anarchistischen Urbayern aussetzen könnte. Würde ich eine Best-of-CD der besten 20 Lieder der drei zusammenstellen, kämen sicher 6-7 Stücke von dieser Scheibe. Von der frechen Spießerhymne "De Schand vom Oberland", dem dadaistischen "Mäh" als Kommentar auf so manchen schwadronierenden Zeitgenossen bis zur absurden Persiflage der Anbiederung der Kirchen an den Zeitgeist "Ravermess'" reicht das Repertoire. "Kreuzzug" dokumentiert den Untergang des Abendlandes durch das Herunternehmen von Kruzifixen in Schulen, beim "Kung Fu-Platter" verschmilzt altbayrischer Peitschen- und Schenkeltanz mit asiatischer Kampfkunst.
Vor allem auch durch die musikalische Vielseitigkeit der Biermösl Blosn klingt Volkmusik so frisch und unverbraucht wie ich es früher nicht für möglich gehalten hätte, zum Beispiel wenn ein Klassikstück "Prosit con fuocco" heißt und eine Fusion zwischen Bildungsbürger- und Bierzeltkultur entsteht. Aber das genialste Stück ist vielleicht das besinnliche "Fernsehschaun" ganz am Ende. Zu den famosen Harfentönen von Christoph (Stofferl) Well erklingt z.B. folgende Strophe: "Die Sonn senkt sich hernie-ieder d'runt im Vatikan / Da Papst isst g'rad a Polnische / auf einmal klopft wer an. / Der Ratzinger im Schlafanzug kommt ins Zimmer g'rennt / Exzellenz: Im bayrischen Fe-ernsehn wer'd grod a Hex verbrennt!"