G. Ruges Buch über Russland, jenem Land, das nicht nur allein durch seine geographische Ausdehnung ein "Weites Land" ist, hat mich stark beeindruckt. Nicht nur deshalb, weil Ruge das Land seit 1956 immer wieder als Journalist (und auch Tourist) besuchte und damit interessante Teile der (neueren) russischen Geschichte hautnah erleben durfte, sondern auch, weil Ruge in der Lage ist, sein Erlebtes anschaulich, fassbar und mitreißend zu schildern. Dabei beschreibt er eindrucksvoll die Lage der russischen Künstler, Wissenschaftler und auch "einfacher" Russen von der Mitte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts und ihr Verhalten, Leben und Sein in Russland von Chruschtschow bis Jelzin. Er lernte hier viele Menschen kennen, wurde Freund vieler. Seine Beschreibung der gesellschaftlichen Umbrüche, die das Land und die darin lebenden Menschen zu verarbeiten und auch zu verkraften haben, sind essentieller Bestandteil des Buches. Ob das Land den für sich "richtigen" Weg findet, ist allerdings auch jetzt noch nicht abzusehen und bleibt abzuwarten.