Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich derartig ergriffen hat. Ich habe schon etliche Romane gelesen, deren Inhalt in den Anfangszeiten Australiens spielt, aber was Peter Watt hier geschrieben hat, ist einfach meisterhaft! Im Umfang des Buches merkt man stets die umfangreiche Recherche, die betrieben wurde, um den Roman so historisch informativ wie möglich zu verfassen. Die Charaktere werden so detailliert beschrieben und ihr Leben derartig anschaulich geschildert, dass man kaum aufhören kann zu lesen.
Ganz, ganz schlimm empfand ich die ersten ca. 50 Seiten, auf denen eine der damals - in der Mitte des 19. Jahrhunderts - offensichtlich vielen unrechtmäßigen Vertreibungen der Ureinwohner durch Siedler und die sogenannten „Buschpolizei" beschrieben wird. Ein entsetzlicher, ganz übler und grauenhafter Fleck aus Australiens politischer Vergangenheit, der entweder gar nicht oder nur wenig bekannt ist. Ein wunder Punkt für die Australier, ist er doch genau so schockierend und menschenverachtend wie die Verfolgungen im Dritten Reich für die Deutschen.
Heute wissen wir immer mehr, welche Bedeutung Australiens Ureinwohner für dieses Land haben, ihr Wissen über die Erde, die „Traumzeit", das Mystische, das diese Menschen umgibt. Sollten die Aborigines irgendwann einmal ausgestorben sein, wie so viele Völker vor ihnen, wird Australien nicht mehr sein, was es war. Denn das Geheimnisvolle, das man regelrecht ‚spürt', wenn man diese wilde, faszinierende und gigantische Weite des Landes auf sich wirken lässt, lebt auch und nicht zuletzt durch die Ureinwohner!