Ein wunderbares Buch! Obwohl eher größere Kinder und Jugendliche als Zielgruppe vor Augen, ist dieses Buch gleichermaßen Erwachsenen zu empfehlen. Sehr einfühlsam und zugleich spannend beschreibt die Autorin das Leben in Siebenbürgen nach dem 2. Weltkrieg. Zwar nicht allgemein, sondern aus dem Blickwinkel und dem Alltag dreier Kinder, die bei ihren Großeltern leben weil die Mutter frühzeitig verstorben und der Vater zur Zwangsarbeit nach Rußland verschleppt wurde. Ein Schicksal, dass er damals mit sehr vielen Deutschen aus Siebenbürgen teilen musste. Die immer wieder eingeblendeten Erzählungen sind nicht nur informativ über das Leben im Siebenbürgen der damaligen Zeit, sondern lassen auch viel über die Mentalität der dort lebenden Menschen erkennen. Der Autorin ist hoch anzurechnen, dass sie es schafft, Fragen nach Liebe und Leid, Lüge und Wahrheit, Schuld und Vergebung, auch Nationalsozialismus und Holocaust nicht verharmlost, sondern in klarer und verständlicher Sprache thematisiert. Ein kurze Zeittafel zur Geschichte Siebenbürgens rundet das Ganze ab. Insgesamt sehr empfehlenswert, für aus Siebenbürgen Stammende geradezu ein "muss", da sie hier sehr viel Vertrautes aus einer vergangenen Zeit entdecken werden.