Normalerweise bin ich nicht so der Schlagerfan und höre lieber schnelle Dance-Acts und Nummern, wo es richtig kracht... Allerdings mache ich schonmal eine Ausnahme, wenn ich etwas sehr gute finde (wie z. B. bei PUR oder in diesem Falle bei Nik P).
Viele assoziieren Nik P immer noch mit dem "Stern", allerdings muss man sich auch bewußt machen, dass er den Originaltitel (nicht die Remix-Version) schon vor langer Zeit geschrieben hat. Die Zeit bleibt jedoch nicht stehen, und so hat sich auch Nik P über die Jahre hinweg weiterentwickelt.
Erst einmal zu dem Song, der Wochenlang im Radio rauf und runter lief...
Anders als bei bei meinen Vorrednern hier, hat mich "Der Mann im Mond" nur vom Haupttext und von den Musikarrangements überzeugt, aber nicht so sehr vom Refrain. Und auch, wenn viele das hier so sehen, dass das Album ansonsten nicht sehr viel mehr als diesen einen Song zu bieten hat, so bin ich hier völlig anderer Meinung.
Bemerkung zu den Bewertungen, die jetzt folgen: Ich werde jeden Song fair und so bewerten, wie ich es beim Schlagergenre für angemessen halte, da man ja Nik P schlecht mit Dance-Acts wie z. B. Cascada vergleichen kann.
Die Einzelbewertung der Songs:
Der Mann im Mond: Mit Klavierintro und etwas Orchestermusik werden wir in einen Song geführt, der von den Beats und dem musikalischen Aufbau an Wolfgang Petry erinnert. Insgesamt kein schlechter Song, jedoch empfinde ich die Refrainmelodie teils als zu gewöhnlich (Einheitsbrei), allerdings trotzdem eine tanzbare, "relativ" gute Nummer 3,5 / 5 Sternen
Come on let's dance: Einer meiner Favoriten von dem Album... Es beginnt alles mit einem sehr ungewöhnlichen musikalischen Intro. Die Melodie ist natürlich auch wieder etwas schlagerlastig (aber dafür ist es eben ein Schlager), aber fährt sich voll im Hirn fest, wenn man dem Song eine Chance gibt. Nik P gibt hier richtig Gas. Die Nummer ist absolut tanzbar. Insgesamt ein Song mit Wiedererkennungswert, den man sich auch mehrmals anhören kann, ohne dass er schnell abgenutzt klingt. 5 / 5 Sternen
Das mit dir: Sehr schöne musikalische Übergänge, ein flotter Song, sehr tanzbar, eine schöne, ausgewogene Melodie, die einem ins Ohr reingeht und sich dort festkrallt. Fetziger Refrain -> Auch ein Favorit von mir. 5 / 5 Sternen
Adieu mein Schatz: Etwas ruhiger geht es hier zu mit einer eingängigen Melodie. Allerdings ist der Song nichts besonderes. 3 / 5 Sternen
In der Nacht sind alle Katzen grau: Ui, hier gehts schon flott los... Mit leichtem Keyboard- und E-Gitarrenintro, setzen kurz darauf die Drums ein und läuten einen Powersong ein, der mir mal wieder Gänsehaut verleiht mit einer fantastischen Melodie. Auch dies ist einer meiner Favoriten, bei dem so richtig abgetanzt werden kann. 5 / 5 Sternen
Hörst du mich: Das Lied beginnt mit Hand-Ups (die Stimme wurde mit Effekten im Soundmixer verändert) und einem Dudelsack-Intro. Dazu hört man die Pauken knallen. Ein ungewöhnlicher Start... Im Verlaufe des Songs merkt man wieder leichte Petry-Anleihen, und sogar ein klein wenig Peter Schilling höre ich im Refrain heraus. Insgesamt ist der Song ein klein wenig ruhiger, aber immer noch tanzbar. 4 / 5 Sternen
Es war das erste Mal: Typisches Schlagerpopintro, insgesamt auch hier eine schnelle und tanzbare Nummer, nicht schlecht, aber auch nichts, was mich vom Hocker reißt (Stichwort "Einheitsbrei"). 3 / 5 Sternen
Aus den Augen: Langsame Synthesizer läuten den Beginn in einen mittelschnellen Liebes-Song ein, wie er typischer für Nik P nicht sein könnte. Die Melodie ist zwar gut, aber nicht gut genug für ganze 5 Sterne. Trotzdem ist der Song meiner Meinung nach ein Anspieltipp, gerade weil Nik P im Finale auch stimmlich nochmal richtig abhebt und auch das Outro am Ende des Songs fantastisch klingt. 4,5 / 5 Sternen
Was wär: Ab diesem Song wird das Album deutlich ruhiger und liefert Songs, die so richtig in den verregneten Herbst passen - in eine Zeit, an der man sich am Liebsten an seinen Partner kuscheln, die Verantwortung hinter sich lassen und die Welt für einen Augenblick vergessen möchte.
"Was wär" ist ein sehr schöner, gefühlvoller und leidenschaftlicher Song mit einer wundervollen, wichtigen Botschaft, die an uns alle gerichtet ist - die Zeit des Lebens nicht sinnlos zu verschwenden, nicht nur einfach zu existieren, sondern wirklich zu leben - gerade der Finalteil des Songs macht dies deutlich. Absolut ein Anspieltipp und einer meiner Favoriten. Für so viel Gefühl und Gespür die Menschen anzusprechen mit diesem Song vergebe ich 5 / 5 Sternen.
Ich hab schon geträumt von dir: Auch hier haben wir wieder einen ruhigen - in die Herbstzeit passenden - Song, der wieder mit einer sehr schönen Melodie daher kommt und uns zum Träumen und Vergessen des Alltags einlädt. Dieser Einladung folge ich gern und vergebe auch wegen der wunderschönen Klavierpassage im Finalteil 4,5 / 5 Sternen.
Einmal ist keinmal: Hier haben wir einen etwas schnelleren, beswingten Song, der zwar aus dem üblichen Schlagergenre auszubrechen versteht, aber mir jedoch persönlich nicht so zusagt. 2 / 5 Sternen
Mein letztes Hemd: Ehr seicht geht es auch hier zu. Der Song knüpft ein bisschen an "Einmal ist keinmal" an - zumindest vom Musikstil her und erinnert streckenweise an einen Coutrysong, nicht schlecht, aber Meinung nach eben doch nur Durchschnitt. 3 / 5 Sternen
Gesamttitelbewertung: 4 / 5 Sternen
Coverbewertung: 4 / 5 Sternen
Preis- / Leistungsverhältnis (in Anbetracht auf den Preis und das, was man dafür bekommt): 45 Minuten Spieldauer, 14,95 Euro -> 3,5 / 5 Sternen
CD-Gesamtbewertung: 4 / 5 Sternen
Fazit: Zu Bemeckern habe ich insgesamt lediglich den hohen Preis. Eine unverbindliche Preisempfehlung von 17 Euro erscheint mir einfach bei 12 Lieder zu viel, auch wenn die Scheibe mit ca. 45 Minuten Spielzeit noch im grünen Bereich liegt und Amazon.de die CD derzeitig bereits für 15 Euro zum Kauf anbietet.
Ansonsten gilt: Es muss nicht immer Techno, House oder Englischer POP sein. Auch das deutsche Schlagergenre hat die ein oder anderen Perle zu bieten, wenn man nur richtig danach sucht.
Insgesamt hat Nik P hier eine runde Scheibe mit vielen Facetten abgeliefert. Das Album kombiniert verschiedene Stilrichtungen miteinander und ist absolut Mainstream-tauglich (auf die meisten Musikgeschmäcker des Genres konzipiert).
Viele der Songs haben meiner Meinung nach Hitpotential, so dass sich der Kauf allemal lohnt.