Die Erde als Grund, und zwar als Grund zur Annahme: Das ist wesentliche heidnische und also auch: indianische Weisheit. Käthe Recheis und Georg Bydlinski haben einige indianische Sprüche zusammengetragen. Das Buch stammt aus 1983. Damals waren Indianer in Mode und in vielen WGs hingen nicht schwarz, sondern braun-weiße Poster von Indianer-Häuptlingen. Auch das Buch ist ganz in braun gehalten.
Im Vorwort kritisiert Käthe Recheis das zerstörerische Eindringen von Europäern in die indianische Lebenswelt. - Soweit kennen wir das bekannte "antiamerikanische" Muster aus jedem romantischen Indianerfilm. Was Recheis offenbar nicht begriffen hat, ist, dass auch das romantische Erobern indianischer Weisheit als "etwas Fremdes", wie sie meint - die Qualität der Ausbeutung innehat.
Indianer haben deshalb zu Recht kritisiert, dass Europäer nun indianische Wurzeln ENTDECKEN wollen. Sie sollten lieber nach ihren eigenen graben.
Auch wir waren einmal Heiden. Auch unsere Völker unter dem Sammelbegriff Germanen wurden mit der Christianisierung zerstört. Doch wenn wir zu graben beginnen, entdecken wir eigene Wurzeln. Sie liegen wie Samen oder Gene in der Erde geborgen und sind unzerstörbar. Dieses Buch - nun einmal vorhanden - mag nicht zum romantischen Fernblick, sondern zur ekstatischen Feier des Entdeckens einen wertvollen Beitrag leisten. Noch mal: die Konsequenz der dort zu findenden Anregungen sollten uns nicht zum Flugzeug, sondern zum Selbstfinden verleiten.