Hui, da geht aber die Horror-Post ab, und aus den Grüften an der Nordseeküste, wo Autor Helmut Barz seinen Roman-Erstling "Weisses Blut" ansiedelt, steigen altvertraute Gruselgestalten in neuem Gewand, Freund Nosferatu voran, hier allerdings eine Dame, schmallippig, weißhäutig, im dunkel forschenden Blick ein lüsternes Glitzern und beängstigend wohltätig dabei, eine, die es mit den Menschen gut meint und mit sich selber auch, schon viele hundert Jahre lang.
Schon setzen sich die furchtlosen Vampir-Killer auf ihre Spur. Aber alles kommt ein wenig anders als erwartet. Zumal die braven Friesen gar nicht so ungern einen Vampir in ihrer Mitte wissen. Denn diese Dame dort, die eigentliche "Herrin" in der Stadt...
Verraten wir nicht zuviel von den immer neu überraschenden, die Spannung bis zum Schluß haltenden Wendungen und begnügen uns mit der Feststellung, dass Autor Barz, im Grusel Milieu offenbar bestens zuhause, eine höchst wohlschmeckende Mischung aus Ernst und Ironie gelungen ist.
Man ist dabei, wenn es auf Vampir-Jagd geht. Man möchte am liebsten schon den Pfahl zücken, wenn die Herrin mit perfidem Lächeln zum Tee bittet.
Also kurz: ein gepflegtes Feierabendvergnügen vom Feinsten. Und lauter schöne Bilder sieht man dabei auch schon an sich vorüberrauschen. Das hier müsste doch eigentlich ein toller Film werden...