Eines vorneweg: Ich besitze eine recht alte Rowolthausgabe aus den 60ern, gehe aber davon aus, dass sich nichts weiter veränder hat, was den Inhalt angeht. Yutang war ein chinesischer Schriftsteller und Philosoph, der christlich erzogen wurde (später aber dem Christentum aus SEHR plausiblen Gründem abschwor) und in Amerika aufwuchs.
In WEISHEIT DES LÄCHELNDEN LEBENS beschreibt er die Denkweise der fernöstlichen Philosophie auf humorvolle und warmherzige Weise und erklärt unter anderem, warum diese sich so von der westlichen Schulphilisophie unterscheidet. Seine Philosophie begründet sich auf dem Leben als solches, und da kann es eben auch schon sinnvoll sein, über die Schönheit eines Sonnenuntergangs oder einer Blume zu philosophieren oder über das Philisophieren als solches ;). Er kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Menschen "liebenswerte Vagabunden" sind, Fehler machen, Fehler dazugehören, eben weil Unzulänglichkeiten Ausdruck menschlichem Daseins sind und statt sich darüber den Kopf zu zerbrechen, sollte man sich mit diesen Abfinden und es mit Humor nehmen. Wohltuend ist dabei ebenfalls, dass er sich für seine Thesen immer wieder entschuldigt, da man es schließlich kaum jedem recht machen kann und die Meinungen nun mal unterschiedlich sind. Aber das macht er eben auf eine wunderschöne Art und Weise.
Man sollte vielleicht mit anführen, dass der Ursprungstext bereits über 70 Jahre alt ist und dass Yutang damals in Amerika lebte. Sicherlich sind einige seiner Thesen nicht wirklich haltbar (oder auch nicht ernstnehmbar?), z.B. die Theorie über den aufrechten Gang, aber ich denke, genau darum geht es. Wir Menschen dürfen ruhig einmal "Unsinn" erzählen, denn das gehört zum Menschsein, wie die ernsthafte Diskussion.
Alles in allem ein tolles, großartiges Buch, dass unter anderem erklärt, warum in älteren Kung-Fu-Filmen der altehrwürdige Meister diverse Schwächen hat (Alkohol), seinen Schülern gerne Streiche spielt und trotzdem (und gerade deshalb) ein weiser Mann ist. Yutang ist eher ein Konfuzianer und Taoist, denn ein Buddist oder Christ, ein Mensch, der die Dualität des Seins wahrlich begriffen hat. (Warum soll man den fleischlichen Genüssen abschwören? Ente süß-sauer ist halt furchtbar lecker!!!)
Jedem, der gerne einmal andere Ansichten über das Leben erfahren möchte, sollte hier zugreifen.