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5.0 von 5 Sternen
Deutsche Sprache als rein lyrisches Medium., 11. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Vor genau hundert Jahren entstand in einer einzigen Herbstnacht, initiiert durch eine elfzeilige Aktennotiz aus dem Jahre 1663, diese wundervoll einfache und ergreifende Erzählung des tragischen Endes eines jungen Lebens. Der Text besteht überwiegend aus sehr kurzen Sätzen, die mitunter nur ein Wort umfassen (Wachtfeuer). Und doch erscheinen dem Leser so vielfältige Bilder, daß man beinahe nach jeder Zeile innehält, um wie in einer Galerie die intensiven Darstellungen zu genießen. Obwohl die äußere Form nur lose in Versen gehalten ist und auf geregeltes Reimmaß verzichtet, gibt es immer wieder wie zufällig hingeworfene Stellen, an denen sich Neben- auf Hauptsätze in vollendeter Weise reimen. Der Cornet ist das beste Tor zum Reich Rilke, und wer es kennt, geht entweder vorbei oder wird für immer als Gast darin bereichernde Entdeckungen machen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rilkes Fruehwerk, 3. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Von diesem fruehen Werk hat Rilke sich in spaeteren Jahren distanziert, und das, obwohl im militaerischen Deutschland seiner Zeit dieses Buch einen grossen Erfolg feierte.
Es ist die lyrische Geschichte des Cornet Rilke, der in die Schlacht ziehen muss, eine Rose am Herzen, sein Maedchen im Sinn und auf dem Weg, fuer Volk und Vaterland zu kaempfen und zu sterben.
Die Ritte durch die Nacht, die Gedanken des Reiters sind zurecht als unvergesslich in die Literaturgeschichte eingegangen.
Rilke vollzieht in diesem kurzen Prosagedicht seinen Kindheitstraum: er selbst haette dem Vater gerne den gefallen getan, ein guter Soldat zu werden, die Militaerakademie mit Erfolg abschliessend und grossen Ruhm erwerbend. Tatsaechlich aber litt Rilke unter den Erlebnissen des ersten Weltkrieges spaeter so sehr, dass er Jahre brauchte, bis er wieder dichten konnte.
Dieses Buechlein ist also zu verstehen als Rilkes Jugendwerk, die Sprache ist schon ganz Rilkesch, und nicht zu Unrecht lesen wir das Werk heute als ganz seins, dennoch aber wurde es verfasst, bevor sein Autor wusste, was ihm Krieg, der wirkliche Krieg, bedeutete.
Als historisches Dokument aber, und ausserdem wegen seiner lyrischen Qualitaet, moechte ich das Buch gerne empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen
Romatik, 17. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Mein absolutes Lieblingsbuch. Zitat von Seite2: Und der Mut ist so müde geworden und die Sehnsucht so groß. Es gibt keine Berge mehr und kaum einen Baum. Nichts wagt aufzustehen. Fremde Hütten hocken durstig am versumpften Brunnen. Nirgends ein Turm. Und immer das gleiche Bild. Man hat zwei Augen zuviel. Nur in der Nacht manchmal glaubt man den Weg zu kennen.
Am leibsten würde ich das ganz Buich abtippen (es ist nicht so lang).
Es ist fürchterlich romantisch, aber intensiv.
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