Der Kommissarin Bella Block ist es ganz recht, als sie zwei mysteriöse Selbstmorde im ländlichen Roosbach aufklären soll: so hat sie endlich eine Gelegenheit, den blöden Witzen ihrer männlichen Kollegen zu entkommen und in ihrem dortigen Wochenendhäuschen zu entspannen. Bald entpuppt sich das vermeintliche Idyll jedoch als Hexenkessel, der überzukochen droht...
Mit "Weinschröter, du musst hängen" gab die von Doris Gercke erdachte Hamburger Kommissarin Bella Block bereits 1988 ihren Einstand - und macht auf Anhieb Lust auf mehr. Von Beginn an erscheint die Protagonistin als resolute Ermittlerin, die nicht zuletzt dank ihres bisweilen etwas trockenen, aber durchwegs angenehmen Humors und ihrer liebenswürdigen, heftig menschelnden Marotten (etwa ihre Vorliebe für Buchstabenspielchen oder Wodka mit Orangensaft) sehr sympathisch ist und den Leser mühelos für sich gewinnen kann. Ihr erster Fall glänzt vor allem durch die gute Schilderung des dörflich-ländlichen Lebens, das nicht nur für ein stimmungsvolles Ambiente sorgt. Vielmehr wird das vermeintliche Idyll nach und nach als verlogen, trostlos, hart und roh entlarvt, womit das ursprünglich so erstrebenswerte Ideal vom friedlichen Leben auf dem Lande schnell ad absurdum geführt wird. Schade nur, dass der Fall insgesamt etwas kurz geraten ist.
Nichtsdestotrotz schenkt Doris Gercke mit "Weinschröter, du musst hängen" ihrer Heldin Bella Block ein würdiges Debüt, das mit viel Humor, einem tollen Ambiente und einer viel versprechenden Heldin köstlich unterhält und unbedingt Lust auf mehr macht.