Ich habe jetzt einige Rezensionen zu diesem Buch gelesen und ich
finde, keine trifft es so wirklich. In einer Rezension, die ich noch
mit am besten fand, stand, dass AC Lelis einen jugendlichen
Schreibstil hat, so dass man sich gut in Benjamin, den Hauptcharakter,
hineinversetzen kann. Ich finde, es geht noch darüber hinaus. Der
Erzählstil passt sich dem Protagonisten wunderbar an und wächst mit
ihm mit. Der fünfzehnjährige Benjamin wählt eine ganz andere Sprache,
als der fünfundzwanzigjährige am Ende des Buches.
Das ist einer der Gründe, glaube ich, warum man als Leser so in den
Bann des Buches gezogen wird und es nicht mehr aus der Hand legen
kann. Ich habe es selbst in einer Nacht durchgelesen und das
Merkwürdige ist, es gehört zu den wenigen Büchern, die ich wirklich
immer wieder lesen kann, auch wenn ich es schon fast auswendig kann.
Vom Plot her ist eine reine Romanze, nicht viel mehr, doch das macht
das Lesevergnügen wohl gerade so vergnüglich.
Die Charakter sind lebensnah und sehr menschlich dargestellt. Selbst
die Vampire habe ich noch nie so menschlich erlebt, wie in diesem
Buch. Sie haben Bedürfnisse, die über das Blutsaugen hinausgehen. Ich
finde nicht, dass sie zu sehr von den bekannten Klischees abgekupfert
sind. Sie haben die notwendigen Eigenschaften: Blutdurst und ewiges
Leben, ansonsten wurde aber auf die meisten weiteren Charakteristiken
verzichten, wie zum Beispiel, Sonne, Holzpflock und Knoblauch. Es
reicht eine Kugel, um sie zu töten. Daher wirken auch sie recht
erfrischend natürlich und verletzlich.
Zu beachten ist, dass es sich hierbei um ein Buch von einem kleineren
Verlag handelt, qualitativ sehr sorgfältig aufbereitet, aber man merkt
es hier und da dennoch (z.B. beim Preis). Ferner geht es teils ein
wenig unmoralisch zu, so ist der Hauptcharakter zu Beginn der
Geschichte erst 15 Jahre. Leser, die daran Anstoß nehmen könnten, dass
man in diesem Alter schon sexuell aktiv ist, sollten ebenfalls Abstand
vom Buch nehmen, auch wenn ich finde, dass es recht realistisch
geschrieben ist und nicht verherrlichend beschrieben wird. Und dann
kommt zu "Bissen" während des Geschlechtsaktes, mir hat das sehr
gefallen und ich fand die Erotik darin, sogar bis zu einem gewissen
Grad nachvollziehbar, jedoch wird es vermutlich nicht allen so gehen.
Personen die an den letzten Punkten keinen Anstoß nehmen, kann ich das
Buch nur wärmstens ans Herz legen.