Hätte mich noch vor wenigen Wochen jemand gefragt, ob ich "Die Streuner" empfehlen kann, hätte meine Antwort beschämt gelautet: Kenne ich nicht, aber wie wäre es mit Corvus Corax, Schandmaul, Saltatio Mortis, und so weiter.
Nun rotiert "Wein, Weib und Gesang" seit kurzer Zeit mit regelmäßiger Häufigkeit im CD-Player und hat mich auf Anhieb überzeugt. Selten hat man eingängige Melodien so klar und trotzdem herzhaft präsentiert bekommen. Die Texte sind durchwegs sehr humorvoll und passen perfekt zur ausgelassenen Stimmung eines Trinkgelages. Aber auch in ruhigen Momenten offenbart sich in der Stunde Musik so manche Wahrheit. Während andere Bands auf ewig gleiche Erfolgsrezepte setzen, wartet jedes Streuner-Lied mit seiner ganz eigenen Atmosphäre auf. Man merkt den Musikern einfach an, dass sie die Stücke mit viel Freude und Ehrgeiz eingespielt haben. Da verzeiht man auch gern, dass "Wein, Weib und Gesang" insgesamt vielleicht etwas "zu sauber" und weniger räudig als andere Genrevertreter klingt. Ich persönlich sehe es als Appell an, mit guter Gesellschaft selbst für passende Zwischenrufe, Gelächter und Gläserklingen zu sorgen!